Falle

Gefälschte iPhones: Betrügerbande fliegt mit Masche auf

Polizeieinsatz an der Dorstener Straße in Gelsenkirchen-Buer.

Polizeieinsatz an der Dorstener Straße in Gelsenkirchen-Buer.

Foto: KDF-TV & Picture 2019

Gelsenkirchen.  Mit dem iPhone wollten Betrüger aus Rumänien Kasse machen. In Gelsenkirchen endete eine bis dahin erfolgreiche Serie. Wie die Falle zuschnappte.

Mit dem neuen iPhone 11 Pro Max wollte eine Betrügerbande aus Rumänien offenbar das große Geld in Deutschland machen und potenziell an dem Gerät interessierte Kunden über den Tisch ziehen. In einigen Fällen ist das auch gelungen – zum Beispiel in Düsseldorf, Frankfurt oder Bottrop. Schief gegangen ist es am Mittwochabend in Gelsenkirchen. Da schnappte die Falle zu.

Aufgestellt wurde sie von einem Recherchebüro aus NRW. Dort hatte man am Dienstag die offenbar unseriös wirkende Kleinanzeige in einem Internetauktionshaus entdeckt: ein nagelneues iPhone 11 mit 512 Gigabyte Speicherplatz für 1300 Euro. „Das ist viel zu billig“, sagt einer der Organisatoren aus dem Büro, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Bei Apple zahlt man für dieses Modell etwa 1650 Euro.“

Die Masche für den Handy-Betrug war immer dieselbe

Dass hinter diesem Angebot Betrüger stecken müssen, war dem Team direkt klar. Denn sie hatten Kenntnis darüber, dass genau dieser Trick anderorts in Deutschland schon öfter zum Erfolg geführt hatte.

Die Masche war immer dieselbe: Zwischen dem vermeintlichen Verkäufer und den interessierten Kunden wurde stets spontan ein Ort für die Übergabe ausgewählt. Dort erschien dann ein zehnjähriges Mädchen, übergab ein angeblich originalverpacktes, aber in Wahrheit gefälschtes iPhone sowie eine fingierte Vodafone-Rechnung. Sobald das Mädchen das Geld erhielt, machte es sich aus dem Staub.

Die Kollegen des Recherchebüros beschlossen, den Betrügern in Gelsenkirchen-Buer eine Falle zu stellen. Sie heuchelten dem Anbieter des Smartphones Interesse vor. Sie verabredeten sich für Mittwoch, 20.30 Uhr, an der Dorstener Straße in Höhe von Hausnummer 120. Mit vier Männern war das Team vor Ort. Zunächst lief alles nach dem bekannten Schema ab – bis zu dem Punkt, an dem das Mädchen abhauen wollte. Hier griffen die Männer ein und hielten das Mädchen fest.

Mädchen wurde von der Polizei vernommen

„Die Kleine schrie. Und immer wieder klingelte ihr Handy.“ Die Vermutung: Die Hintermänner wurden langsam nervös. „Wir haben auch gesehen, dass eine männliche Person vom Tatort flüchtete.“

Das Team alarmierte die Polizei. Mit drei Streifenwagen fuhren die Beamten nur wenige Minuten später vor. Das Mädchen wurde aufs Revier gebracht und vernommen. In der Wache tauchten später auch Angehörige auf, die mit dem Taxi dort vorfuhren.

Das angeblich nagelneue iPhone 11 wurde sichergestellt, dazu auch die Rechnung. Interessanter Randaspekt: Bei diesem und allen anderen Betrugsfällen benutzten die Täter immer dieselbe Rechnung mit derselben Rechnungsnummer und derselben Telefonnummer – was den Mitarbeiter des Recherchebüros zu folgendem Urteil kommen lässt: „Vollprofis waren das nicht.“

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