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Von Bisonfilet bis zum Safran: So viel kostet leckerer Luxus

Filet von kanadischen oder deutschen Bisons kann man bei Martin Ptassek in Gelsenkirchen-Buer bekommen. Ein Großteil seiner Fleischwaren trägt das Neuland-Siegel für Tierwohl. ,

Filet von kanadischen oder deutschen Bisons kann man bei Martin Ptassek in Gelsenkirchen-Buer bekommen. Ein Großteil seiner Fleischwaren trägt das Neuland-Siegel für Tierwohl. ,

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Martin Ptassek verkauft in Gelsenkirchen Fleisch, Wurst und Feinkost. Auf Bestellung ordert er auch weiße Trüffel – Stückpreis: bis zu 200 Euro.

Luxus, sagt Martin Ptassek, sei ja relativ. „Manch einer empfindet es als Luxus, hier ein Kilo Rinderfilet zu kaufen, für andere ist das Glas passierte Tomaten für 2,40 Euro Luxus.“ Das Schöne daran: Der Fleischermeister hat beides im Angebot. Und noch mehr Beispiele für alltäglichen Luxus.

Der erste Blick fällt auf die großen Iberico-Schinken. „Da gibt es fünf Qualitätsstufen. Die höchste ist der Pata Negra. Die Tiere leben ganzjährig draußen und fressen neun Monate lang Eicheln.“ Ein paradiesisches Leben für die Schweine. Und eines, welches sie mächtig dick werden lässt. „Das ist vielen Kunden zu fettig. Wir haben hier die zweite Stufe. Die Tiere leben auch ganzjährig draußen, fressen aber nur drei Monate im Jahr Eicheln.“ Die Qualität sei ähnlich, der Preis unterscheide sich sehr. Das Kilo liegt hier bei rund 60 Euro. Im Sommer, sagt der Bueraner, führe er auch den Pata Negra. Da liege der Kilopreis bei bis zu 250 Euro.

Bison-Filet aus Kanada und Deutschland

Ob nun spanischer Schinken oder deutsches Rinderfilet, beides kann man mit gutem Gefühl genießen. Martin Ptassek setzt seit Jahrzehnten auf artgerechte Tierhaltung. Ein Großteil seiner Fleischwaren trägt das Neuland-Siegel, welches das Tierwohl garantiert. Der Rest stammt aus vergleichbarer Haltung. So wie das kanadische Bisonfilet, von dem er zum Wochenende wieder eine Lieferung erwartet. Kilopreis: 150 Euro. Bedeutet im Klartext, ein 200-Gramm-Steak kostet im Einkauf rund 30 Euro. Da ginge sogar noch mehr, erklärt der 55-Jährige. „Deutsches Bison wäre noch teurer – aber nicht besser.“

Apfelsaft aus dem Rotweinglas

Machen Fleischwaren einen Großteil des Angebotes aus, so gibt es dazu allerlei zu entdecken, was irgendwie dazu passt. In der einen Ecke etwa steht roter Apfelsaft. Ein besonderer Tropfen aus Tirol. „Den trinkt man aus einem Rotweinglas zum Essen.“ Eine tolle Alternative für jene, die den Alkohol lieber meiden. Eine Flasche kostet 6,50 Euro. Die teuersten Waren aber finden sich nicht in der Fleischtheke, nicht unter den zahlreichen Weinen und Champagnerflaschen. Sie sind ganz klein und unscheinbar dazwischen platziert. So wie der Safran aus Italien.

Bei Trüffeln kommt es aufs Timing an

„Der ist besonders gut“, verspricht Martin Ptassek. Vorsichtig hält er das Döschen gegen Licht und zeigt, man sieht nur feine rote Fäden und keine Krümel. Ein Zeichen für gute Qualität sei das. Dazu komme die Sicherheit, ein europäisches Erzeugnis zu verwenden. Natürlich hat das seinen Preis: 0,5 Gramm kosten 9,90 Euro. Das ergibt einen Kilopreis von rund 2000 Euro. Und es geht noch teurer. Auf Wunsch besorgt der 55-jährige Geschäftsmann zum Fest weiße Wintertrüffel. „Der Alba-Trüffel ist besonders teuer, weil der im Winter so langsam wächst.“ Dazu kommt, dass der Transport besonders schnell gehen muss. Nur so kann die Qualität gewährleistet werden. „Trüffel darf nicht älter sein als drei Tage, wenn man ihn isst. Sonst ist ein Großteil des Aromas verloren.“

Somit kommt es auch auf das richtige Timing an. Soll der Trüffel an Weihnachten verbraucht werden, sollte er am Tag zuvor geerntet und auch ausgeliefert sein. Dieser Luxus kostet rund 5000 Euro pro Kilo. Je nach Größe eines Trüffels macht das einen Stückpreis von 100 bis 200 Euro aus. Ebenso groß sei dann aber auch der Genuss des Pilzes, der ja eigentlich zu jedem Gericht passe, sagt Martin Ptassek. „Den kann man auch über die Weihnachtsgans reiben.“ Vorrätig habe der Fleischermeister dieses Produkt aber nicht, sagt er. „Die Nachfrage hält sich schon Grenzen.“

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