Verfahren

Widerstand bei Razzia: Polizei will Kommissaranwärter feuern

Die Polizei kontrollierte am 12. Januar im Rahmen einer Großrazzia gegen Clankriminalität Shisha-Bars und Wettbüros in Essen und Gelsenkirchen.

Die Polizei kontrollierte am 12. Januar im Rahmen einer Großrazzia gegen Clankriminalität Shisha-Bars und Wettbüros in Essen und Gelsenkirchen.

Foto: Stefan Arend

Gelsenkirchen/Essen.   Er wehrte sich bei einer Kontrolle während der Großrazzia gegen Clankriminalität: Das hat nun Folgen für einen Polizeischüler aus Gelsenkirchen.

Die Polizei hat ein Verfahren gegen den Kommissaranwärter eingeleitet, der im Januar bei der Großrazzia gegen ClankriminalitätWiderstand bei einer Polizeikontrolle in Essen geleistet haben soll. „Wir haben eine Prüfung angestoßen, die unter anderem mit der Entlassung des Schülers enden könnte“, erklärte Merle Mokwa, Sprecherin der Polizei Gelsenkirchen, gegenüber der WAZ. Das Verfahren sei aber ergebnisoffen. Der Polizeischüler wird zurzeit bei der Polizei Gelsenkirchen ausgebildet und studiert an der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Freche Sprüche von Jugendlichen

Im Rahmen der Großrazzia gegen Clankriminalität war der 19-JährigeMitte Januar auf Essener Stadtgebiet in eine Polizeikontrolle geraten. Der Deutsch-Tunesier saß mit mehreren arabisch-stämmigen Jugendlichen in einem Auto, das während der Razzia angehalten wurde.

Die Insassen sollen durch freche Sprüche auffällig geworden sein, und der Polizei-Anwärter solle erklärt haben: Er zweifle die Rechtmäßigkeit der Maßnahme an, schließlich sei er selbst Polizist. Schließlich konnte er sich sogar ausweisen. Bei seiner Festnahme riss er sich zunächst los, kam deshalb ins Gewahrsam. Ein Sprecher der Polizei Essen erklärte damals, es gäbe keine Hinweise, dass der Kommissaranwärter zu einem Libanesen-Clan gehört.

Tabak und zehn Waffen beschlagnahmt

Gegen den Auszubildenden wurde Strafanzeige erstattet und eine disziplinarrechtliche Ermittlung eingeleitet. Über die strafrechtlichen Ermittlungen machte die Polizei Gelsenkirchen am Dienstag allerdings keine Angaben.

Bei der Razzia waren am Abend des 12. Januar etwa 1300 Polizisten zeitgleich u.a. in Gelsenkirchen, Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen und Bochum im Einsatz gewesen. Insgesamt wurden laut NRW-Innenministerium mehr als 1500 Menschen und über 100 Shisha-Bars, Wettbüros, Spielhallen und Diskotheken kontrolliert. Dabei wurden mehr als hundert Kilogramm unversteuerter Tabak und zehn Waffen beschlagnahmt. Insgesamt 29 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, etwa wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz.

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