Religionen

Wie isst man koscher? Antwort einer Jüdin aus Gelsenkirchen

Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, erläuterte die Kaschrutgesetze.

Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, erläuterte die Kaschrutgesetze.

Foto: Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.   In verschiedenen Religionen gelten beim Essen unterschiedliche Regeln. Gläubige Juden essen kein Schweinefleisch. Und es gibt mehr Vorschriften.

Regeln, die für Muslime gelten, sind bei Juden über den Kaschrut geregelt. Das hebräische Wort steht für Reinheit. Das Gesetz soll den Kindern Israels am Berg Sinai von Gott gegeben worden sein. Für gläubige Juden ist die koschere (erlaubte) Ernährung verpflichtend.

Einhaltung der Gesetze dient Seele, nicht Körper

Wobei kein Zwang ausgeübt werde, die Regeln einzuhalten, wie Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, versichert. „Maßregeln und kontrollieren ist im Judentum nicht vorgesehen, wir sind dem Gewissen verpflichtet“, sagt die Vorsitzende.“ Das gelte auch für jedes Gemeindemitglied. Jeder Jude müsse mit sich selbst im Reinen sein. So beziehen sich die Kaschrutgesetze nicht alleine auf Hygiene und Gesundheit. Die Einhaltung, so heißt es in der Glaubensauslegung, diene der Seele des Menschen und nicht unbedingt seinem Körper.

Raubvögel stehen auf der Verbotsliste

Die Thora, die in den fünf Büchern Mose niedergeschrieben ist und als wichtigster Teil der hebräischen Bibel gilt, erlaubt nur den Verzehr von Rind, Schaf, Ziegen. Auch Hirsche und Rehe können im Bratentopf schmoren, vorausgesetzt, sie sind nicht bei der Jagd erlegt worden. Bei Geflügel stehen lediglich Raubvögel auf der Verbotsliste. Als koscher gelten Tiere nur dann, wenn sie beim Schlachten ausbluten konnten.

Trennung von Fleisch und Milch

Juden, die Fischkost schätzen, dürfen die Wassertiere verspeisen, die Schuppen und Flossen aufweisen. Der Aal ist also nicht koscher. Wasser-Kriechtiere wie Krebse, Hummer oder Muscheln stehen ebenfalls auf der Verbotsliste.„Bei der Mahlzeit“, erläutert Judith Neuwald-Tasbach, „müssen jüdische Familien die Speisen trennen. So dürfen Fisch und Fleisch weder zusammen gekocht oder gegessen werden“. Auch die Trennung von Fleisch und Milch auf dem Küchentisch gilt als wichtige Vorschrift im Kaschrut. Schon in der Bibel tauchte die Glaubens-Erkenntnis auf, man dürfe das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

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