Wohnen

Wohnraum ist in Gelsenkirchen günstig aber oft sehr alt

Die Siedlung Forsthauswinkel in Erle. Sie ist in die Jahre gekommen und wird renoviert.

Die Siedlung Forsthauswinkel in Erle. Sie ist in die Jahre gekommen und wird renoviert.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  Mieten und Kaufen ist in Gelsenkirchen besonders günstig. Trotzdem gibt es viel Leerstand. Neu gebaut wird wenig, Gebäude sind oft sehr alt.

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Gute Nachrichten für Mieter und Wohnungskäufer: Gelsenkirchen bleibt auch weiterhin der günstigste Standort unter den großen Städten in NRW – sowohl in Bezug auf die Angebotsmieten als auch auf die inserierten Preise für Eigentumswohnungen. Das geht aus dem aktuellen Wohnungsmarktreport des Wohnungsunternehmens LEG hervor. Wer sich hier im Vergleichszeitraum von April 2018 bis März 2019 auf die Suche nach einer Wohnung begab, fand im Schnitt Mietangebote von rund 5,60 Euro je Quadratmeter.

Auch der Anstieg der geforderten Mieten gegenüber dem Vorjahr lag mit 2,5 Prozent unterhalb des Landesdurchschnitts von 3,7 Prozent. Dabei unterschieden sich die Mietniveaus im Stadtgebiet nur unwesentlich: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Postleitzahlgebiet bestand eine Differenz von rund 1,30 Euro pro Quadratmeter.

4,7 Prozent Leerstand in Gelsenkirchen

Eigentumswohnungen sollten im Schnitt etwa 1020 Euro pro Quadratmeter kosten. Wie in Duisburg wurden Mehrfamilienhäuser aber auch in Gelsenkirchen für rund 860 Euro pro Quadratmeter im Mittel angeboten. Allerdings weist Gelsenkirchen mit 4,7 Prozent einen der höchsten Leerstände des Landes auf.

Trotzdem besteht Neubaubedarf, insbesondere an Ersatzbauten für nicht mehr zeitgemäße Wohnungen. Laut Landesbausparkasse (LBS) sind Wohngebäude in Gelsenkirchen im Schnitt 65 Jahre alt, stammen also aus dem Jahr 1954. Der Landesschnitt liegt bei 52 Jahren. Ein Fünftel der Selbstnutzer und fast ein Drittel der Vermieter sehen daher für ihre Immobilie derzeit hohen Modernisierungsbedarf. Das ergab eine Online-Umfrage der LBS, an der über 2000 Hausbesitzer in NRW teilgenommen haben. „An erster Stelle steht dabei der Wunsch nach einem komfortablen Bad, gefolgt von der Erneuerung von Fenster und Türen sowie der Heizung“, so Rainer Loyek, LBS-Gebietsleiter.

Anzahl der Haushalte wird zurückgehen

Zwar soll die Anzahl der Haushalte bis 2040 laut Prognosen des statistischen Landesamtes zurückgehen, von 2011 bis 2017 stieg deren Zahl jedoch leicht. Die Bautätigkeit war hingegen relativ gering: Im Jahr 2018 wurde pro 1000 Einwohner weniger als eine Wohnung fertiggestellt. Die Baugenehmigungen erreichten mit nur 217 Wohnungen das niedrigste Niveau der vergangenen Jahre. Außerdem ist der Wohnungsbestand im Stadtgebiet stark durch Mehrfamilienhäuser geprägt.

Neubauprojekte werden im Kontrast zum Bestand jedoch hauptsächlich im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser realisiert. Der Eigenheimbau in Gelsenkirchen wird dabei überwiegend durch das im Stadtgebiet limitierte Flächenangebot gebremst. Immer häufiger weichen Häuslebauer daher ins Umland aus.

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