Corona

Ambulante Pflege: Mitarbeiter werden regelmäßig getestet

Die ambulante Pflege hat sich durch Corona stark verändert.

Die ambulante Pflege hat sich durch Corona stark verändert.

Foto: Jana Bauch / picture alliance/dpa

Gladbeck  Die Infektionsgefahr ist auch in der ambulanten Pflege Thema. Das sagen Pflegedienste aus Gladbeck zu Corona und zur Impfbereitschaft.

Bis zu 20 kranke und pflegebedürftige Menschen versorgt ein Mitarbeiter in der ambulanten Pflege pro Tag. Dass die Gefahr, sich mit dem Corona-Virus anzustecken, bei so vielen Kontakten groß ist, liegt auf der Hand. So gehen die Pflegedienste mit der Situation um.

Zu Anfang der Pandemie waren die Ängste des Pflegepersonals größer

"Anfang des Jahres, zu Beginn der Pandemie, waren die Ängste und Sorgen der Mitarbeiter noch größer", sagt Stefan Horn vom gleichnamigen Pflegedienst an der Möllerstraße. Vor allem die Pflegerinnen und Pfleger mit seien sehr besorgt gewesen. Mittlerweile aber habe man Erfahrungen gesammelt und gehe souveräner mit der Situation um. Zudem sei auch ausreichend Schutzmaterial vorhanden - medizinische Masken, Handschuhe, Schutzkittel beispielsweise.

Mehr Nachrichten, Bilder und Videos aus Gladbeck finden Sie hier

"Bis jetzt sind wir auch gut durch die Pandemie gekommen", sagt Horn. 90 Mitarbeiter an drei Standorten gehören zu seinem Unternehmen. Alle drei Tage werden die Pflegerinnen und Pfleger getestet. Gibt es einen Covid-19-Fall, gehe man für die Mitarbeiter, die Kontakt hatten, zum täglichen Testen über. "Kommt es zu einem Infektionsfall bei den Menschen, die wir versorgen, wird der Betreffende außerdem immer am Ende einer Tour versorgt." So verfahren auch andere ambulante Pflegedienste. Neue Kunden müssen außerdem einen negativen PCR-Test vorweisen können, so Horn weiter.

Wer in der Pflege arbeitet, sollte sich auch impfen lassen, sagt Stefan Horn

Nach Impfterminen für sein Team hat sich Stefan Horn ebenfalls bereits erkundigt, bis jetzt aber noch nichts Konkretes in Erfahrung bringen können. Deshalb hat er bislang auch noch nicht die Impfbereitschaft seiner Mitarbeiter abgefragt. "Ich werde aber alle bitten, sich impfen zu lassen. Wer in unserem Beruf arbeitet, der trägt einfach die doppelte Verantwortung und sollte deshalb auch dem Impfen positiv gegenüber stehen!"

+++ Nichts verpassen, was in Gladbeck passiert: Hier für den täglichen Gladbeck-Newsletter anmelden. +++

Beim ambulanten Kranken- und Pflegedienst Curita an der Kirchhellener Straße liegt laut Pflegedienstleiter Carsten Lach die Impfbereitschaft der Mitarbeiter "bei 80 Prozent". Der optimale Schutz - sowohl der Pflegerinnen und Pfleger als auch der Curita-Kunden - nehme großen Raum ein, so Lach. Alle Mitarbeiter werden regelmäßig getestet. "Treten bei einem unserer Kunden Symptome auf, wird er ebenfalls sofort getestet", so Lach weiter. Im Falle einer Infektion finde die Versorgung in kompletter Schutzkleidung statt. "Trotzdem haben bei uns auch schon Kunden Termine abgesagt aus Angst vor einer möglichen Ansteckung." Lach hofft, dass die ambulanten Pflegeteams Ende Januar geimpft werden können.

Auch bei der Caritas Gladbeck setzt man auf eine große Impfbereitschaft

"Natürlich ist die Infektionsgefahr in der ambulanten Pflege groß", sagt auch Caritas-Vorstand Rainer Knubben. Gefährlich seien vor allem die Menschen, die positiv sind, aber keine Symptome zeigen: "Wie will man sich da schützen?" Auch Knubben setzt auf eine hohe Impfbereitschaft bei den Menschen, die bei der Caritas in der ambulanten Pflege beschäftigt sind. Von einer gesetzlichen Impfpflicht, wie Bayern Ministerpräsident Söder sie vorgeschlagen hat, hält der Caritas-Chef aber nichts. Er will lieber immer wieder informieren und mit den Mitarbeitern sprechen, um mögliche Bedenken auszuräumen.

Da Knubben seit Mitte Dezember neben seiner normalen Arbeit im Vorstand vorübergehend auch noch als Leiter des Altfrid-Seniorenzentrums im Einsatz ist, weil der eigentliche Leiter sich in Elternzeit befindet, hat er sich auch bereits impfen lassen. Knubben: "Ich wollte damit aber auch ein Zeichen setzen und einfach mit gutem Beispiel vorangehen."

>> Höchste Impf-Priorität haben neben den Menschen über 80 auch Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind.

Ebenso aber unter anderem auch auch Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten. Mehr Informationen zur Corona-Impfung findet man auf dem Landesportal NRW unter www.land.nrw/de/corona/impfung

Lesen Sie auch:

Impfzentrum: Alles Wichtige zur Corona-Impfung in Gladbeck

Die Polizei warnt Menschen in Gladbeck vor Corona-Betrug

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben