Autobahnbau

Bürgerforum: A 52-Ausbau bringt mehr Verkehr nach Gladbeck

Viele Interessierte Zuhörer waren zu der Informationsveranstaltung des Gladbecker Bürgerforums über den Ausbau der B 224 zur Autobahn gekommen.

Viele Interessierte Zuhörer waren zu der Informationsveranstaltung des Gladbecker Bürgerforums über den Ausbau der B 224 zur Autobahn gekommen.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Das Bürgerforum Gladbeck ruft dazu auf, Einwendungen gegen die Autobahnpläne zu erheben. Mit dem Klimaschutz sei der A52-Ausbau nicht vereinbar.

„Gladbeck ist vital betroffen, wenn die Pläne der Bezirksregierung Münster zum Ausbau der B224 Wirklichkeit werden.“ Nach wie vor sind Matthias Raith und seine Mitstreiter vom Bürgerforum Gladbeck auf dem Kriegspfad, wenn es - sieben Jahre nach dem Ratsbürgerentscheid - um das umstrittene Planfeststellungsverfahren zur A52 auf Bottroper Gebiet geht.

Veränderte Planunterlagen zum Bau der A 52 liegen erneut aus

Rund 40 Aktive und Interessierte waren am Montagabend der Einladung des Forums zu einer Informationsveranstaltung ins Haus Kleimann-Reuer gefolgt. Hintergrund ist die Mitteilung der Bezirksregierung Münster, dass veränderte Planunterlagen zum Neubau der A52 in einem sogenannten „Deckblattverfahren“ erneut ausliegen. Planfeststellungsunterlagen, die bereits offengelegt und in Erörterungsterminen diskutiert worden sind, können aufgrund von Einwendungen angepasst werden. Die überarbeitete Planung wird dabei als „Deckblatt“ bezeichnet.

Durch die Anpassung der ursprünglichen Planung verändert sich unter Umständen auch der Kreis der Betroffenen. Konkret handelt es sich um den ersten Abschnitt vom Autobahnkreuz Essen-Nord bis zum künftigen Autobahnkreuz Essen/Gladbeck. Der Betroffenheit der Gladbecker wurde im Zuge dieses Planänderungsverfahrens insofern Rechnung getragen, als die Pläne erstmalig noch bis zum 27. November im Gladbecker Rathaus einzusehen sind. Nach eigenen Messungen ist das Bürgerforum überzeugt: Allein der Autobahnausbau auf Bottroper Stadtgebiet, von Essen bis an die Gladbecker Stadtgrenze, würde dafür sorgen, dass deutlich mehr Verkehr und damit mehr gesundheitsschädliche Immissionen auf die Gladbecker Straßen gebracht würden als bisher.

Der „viel zu kurze Tunnel“ und die Erreichbarkeit von Wittringen seien nur zwei von mehreren kritischen Punkten

Ziel der Informationsveranstaltung war es dann auch, dazu aufzurufen, möglichst viele Einwendungen gegen das Vorhaben einzureichen. „Aktive Mitwirkung im Verfahren ist jetzt das Gebot der Stunde“, so Matthias Raith. Viele „Baustellen“ gab es an diesem Abend zu diskutieren, denn die strittigen Punkte für den A52-Teil auf Gladbecker Gebiet, wie der „viel zu kurze“ Tunnel, die fragliche Anbindung des Gewerbeparks Brauck, die Erreichbarkeit des Wittringer Waldes als Erholungsgebiet und der gefährdete Klimaschutz kamen zur Sprache.

Das ehemalige Ratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen, Matthias Strehlke, wies darauf hin, dass auch die Radwegeplanung unzureichend sei: „Die Autobahnpolitik konterkariert alle bisherigen Bemühungen um Klimaschutz. Wenn die Autobahn kommt, ist alles für die Katz.“

„Wer keine Einwendungen erhebt, kann sich später nicht mehr wehren“

Nach so vielen Jahren der Diskussion und der Planänderungen rund um den Ausbau der A52, dem Kreuz mit der A 2 und einer Verkehrsführung durch Gladbecker Stadtgebiet, gebe es noch immer viel zu wenig klare Perspektiven: „Bis heute weiß niemand, wie die Gesundheit und Wohnqualität der hier lebenden Menschen vor dem zu erwartenden massiven Fernverkehr auf einer innerstädtischen A52 geschützt werden kann.“ Deshalb weisen die Mitglieder des Bürgerforums noch einmal darauf hin: „Wer keine Einwendungen erhebt, kann sich später, wenn es wirklich einmal zum Bau der A52 kommen sollte, nicht mehr dagegen wehren.“

Einwendungen müssen bis spätestens 11. Dezember 2019 schriftlich eingereicht werden. Adressaten sind die Stadt Gladbeck bzw. die Bezirksregierung Münster. Dabei ist keine vorgeschriebene Form einzuhalten. Es reichten auch Stichworte, so Matthias Raith. Wichtig sei für die Argumentation, die persönliche Betroffenheit durch den Ausbau deutlich zu machen.

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