WAZ-Medizinforum

Chefärzte klären beim Medizinforum über Darmkrebs auf

Dr. Ioannis Dimitriou, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie (li.), und Dr. Peter Gunther Auer, Chefarzt der Inneren Medizin, klären beim WAZ-Medizinforum über Darmkrebs auf und beantworten Fragen der Besucher. Hier zeigen sie das Endoskop, mit dem die Darmspiegelung vorgenommen wird.

Dr. Ioannis Dimitriou, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie (li.), und Dr. Peter Gunther Auer, Chefarzt der Inneren Medizin, klären beim WAZ-Medizinforum über Darmkrebs auf und beantworten Fragen der Besucher. Hier zeigen sie das Endoskop, mit dem die Darmspiegelung vorgenommen wird.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  WAZ und St. Barbara-Hospital laden am 6. November zum Medizinforum in Gladbeck zum Thema Darmkrebs. Darum ist die Vorsorge so wichtig.

Es ist die zweithäufigste Tumorerkrankung in Deutschland, Frauen erkranken häufiger nur an Brustkrebs, Männer an Prostatakrebs: der Darmkrebs. Die Wahrscheinlichkeit, einen Dick- oder Mastdarmkrebs zu bekommen, liegt bei zwölf Prozent. „Das ist ein echtes Thema“, sagt Dr. med. Ioannis Dimitriou, ab November Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Daher lädt die WAZ in Kooperation mit dem St. Barbara-Hospital zum nächsten Medizinforum zu genau diesem Thema ein: „Darmkrebs – Vorsorge, Diagnostik und Therapie“.

Die gute Nachricht vorweg: Wird der Krebs in einem frühen Stadium erkannt, sind die Überlebenschancen sehr gut. „Die Heilungschance liegt dann bei knapp über 80 Prozent“, weiß Dr. med Peter Gunther Auer, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Konservative Intensivmedizin. Gemeinsam mit Dr. Dimitriou wird er Referent beim WAZ-Medizinforum sein. In zwei Vorträgen informieren sie über die Krankheit, anschließend beantworten sie Fragen der Gladbecker. Die beiden Ärzte arbeiten eng zusammen, die Vorsorge fällt in den Bereich von Dr. Auer, wenn es zu einer Operation kommt, übernimmt Dr. Dimitriou.

Je fortgeschrittener der Tumor, desto schlechter die Überlebenschancen

Schlecht ist die Prognose allerdings in fortgeschrittenen Stadien. „Die Fünf-Jahres-Überlebenschance fällt etwa in Stadium vier auf knapp 15 Prozent“, so der Mediziner. Daher ist die Vorsorge so extrem wichtig. „So können Polypen entdeckt und entfernt werden, die zu einem Tumor hätten werden können“, so Dimitriou. Eine Darmspiegelung sei die richtige Vorsorge. Ab 55 Jahren sollte sie alle zehn Jahre wiederholt werden. Werden dabei Polypen entdeckt, wird das Intervall verkürzt. Denn sie sind Vorstufen der bösartigen Tumore. Allerdings, so die Mediziner: Nur 20 bis 25 Prozent der Menschen ab 55 würden über die Vorsorge erreicht.

Dass so wenige nur das Angebot nutzen, habe auch viel mit Sorge vor der Untersuchung zu tun. „Dabei schlafen heutzutage die Patienten bei der Untersuchung, sie bekommen davon gar nichts mit“, will Dr. Auer eventuelle Vorbehalte nehmen. Hinzu komme aber auch: Das Thema Krebs ist ein Thema, mit dem sich die Menschen nicht gerne beschäftigten. „Die Angst vor dem Ergebnis können wir nicht nehmen.“

Ein künstlicher Darmausgang ist nicht immer nötig

Viele Patienten hätten zudem Angst vor einem künstlichen Darmausgang. Dr. Dimitriou kann beruhigen: „In neun von zehn Fällen kann dieser nach einiger Zeit wieder zurückverlegt werden.“ Bei einem Tumor im Dickdarm liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein künstlicher Darmausgang nötig wird, ohnehin bei unter fünf Prozent. Bei einem Krebs im Mastdarm steigt die Wahrscheinlichkeit hingegen auf 50 Prozent.

Als Ursache für Darmkrebs rückt in der Forschung derzeit immer mehr der genetische Faktor in den Vordergrund. „Generell sollte aber auf vermehrten Fleischkonsum, Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum verzichtet werden“, erklärt Dr. Dimitriou mögliche Ursachen. „Wichtig ist viel Bewegung und etwa fünf Obst- und Gemüsemahlzeiten pro Tag. Einfach mit gesundem Menschenverstand essen.“ Während Fleisch – vor allem gepökeltes – ein Problem zu sein scheint, sei Fisch nicht bedenklich.

Während die Erkrankungen im Bereich des Dickdarms derzeit eher rückläufig sind, stagniert die Zahl der Fälle im aufsteigenden Darm. „Warum das so ist, wird im Moment erforscht“, so Dr. Auer.

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