Coronakrise

Covid: St. Josef-Hospital könnte Corona-Zentralklinik werden

Blick auf den Haupteingang des St. Josef-Hospitals in Gelsenkirchen-Horst. Nach aktuellen Plänen könnte die Klinik Corona-Zentralkrankenhaus für viruserkrankte Menschen aus Gladbeck und Gelsenkirchen werden.

Blick auf den Haupteingang des St. Josef-Hospitals in Gelsenkirchen-Horst. Nach aktuellen Plänen könnte die Klinik Corona-Zentralkrankenhaus für viruserkrankte Menschen aus Gladbeck und Gelsenkirchen werden.

Foto: Olaf Ziegler / FFS

Gelsenkirchen / Gladbeck  Die Spezialisierung auf ein zentrales Corona-Krankenhaus soll zur optimierteren Bewältigung steigender Virusinfektionen in der Region beitragen.

Aktuell wird an Plänen gearbeitet, das St. Josef-Hospital in Horst als spezialisiertes Corona-Zentralkrankenhaus auch für Gladbecker Patienten einzurichten. Mit dieser Fokussierung auf einen Krankenhausstandort könnte beim erwarteten Anstieg der Coronainfektionen die geordnete Behandlung der Patienten bei gleichzeitiger Entlastung der anderen Krankenhäuser besser kanalisiert werden. Angedacht ist, dass im Corona-Zentralkrankenhaus in Gelsenkirchen-Horst Patienten aus Gladbeck und Gelsenkirchen behandelt werden.

In der aktuellen Lage könne und dürfe es keine Denkverbote geben, begründet Wolfgang Heinberg den zentralen Lösungsansatz. Die Krankenhausträger in Gelsenkirchen seien sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung und Feuerwehr Gelsenkirchen einig, „dass ein solches Modellprojekt einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung medizinischer Anforderungen im Kontext einer möglicherweise eskalierenden Corona-Krise in Gelsenkirchen und unserer Nachbarstadt Gladbeck leisten kann“, so der Sprecher des Krankenhausträgers St. Augustinus Gelsenkirchen weiter. Zu dem Krankenhauskonzern gehören auch die Krankenhäuser der Katholischen Kliniken Emscher-Lipppe, darunter St. Josef und das Gladbecker St. Barbara-Hospital.

Wie die WAZ weiter erfuhr, steht das Anfangskonzept für das Corona-Zentralkrankenhaus bereits. Demnach ist vorgesehen, dass der erste Kontakt mit den Verdachtsfall-Patienten in einem vorgelagerten (Triage)Bereich außerhalb des Gebäudes erfolgt, um dort zunächst die Behandlungsprioritäten einzuteilen. Noch nicht gesicherte Coronafälle sollen in einer Isolierstation mit zehn Einzelzimmern untergebracht werden. Für gesicherte Coronainfektionen ist vorgesehen, eine Isolierstation mit so genannter Kohortenisolation einzurichten, in Form von dreißig Drei-Bett-Zimmern sowie einer Intensiveinheit mit vier Beatmungsplätzen für schwer erkrankte Patienten.

Um diese Zahl von Patienten in Horst behandeln zu können wurde im Konzept auch die Anzahl des benötigten Personals berechnet. Demnach würden 138 Pflegekräfte und 43 Ärzte in Vollzeit benötigt. Der Einsatz der Mitarbeiter, die sich freiwillig bereit erklären, im Corona-Zentralkrankenhaus zu arbeiten, soll für jeweils vier Wochen geplant werden.

Das ambitionierte Modellprojekt, das Beispiel für weitere Städte und Regionen sein könnte, wird derzeit aber noch ausgebremst. Leider sei diese wichtige Idee „noch nicht durch die Aufsichtsbehörden im Land genehmigt und abgesichert“, informiert Wolfgang Heinberg. Damit fehle noch „die für ein solches Projekt notwendige finanzielle und administrative Unterstützung“. Sollte die „zentrale Lösung zur Versorgung von Corona-Erkrankten in Gelsenkirchen und Gladbeck“ nicht realisiert werden, bedeutete dies, dass jeder Träger für seine Krankenhäuser alleine weiter „standortscharfe Konzepte für die kommende Lage entwickeln muss“.

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