Ernte 2019

Gladbecker Bauern ziehen eine noch ganz zufriedene Bilanz

Die Maisernte der Gladbecker Landwirte fiel überraschend noch relativ gut aus. Lange sah es nach einem Desaster aus.

Die Maisernte der Gladbecker Landwirte fiel überraschend noch relativ gut aus. Lange sah es nach einem Desaster aus.

Foto: Torsten Tenbörg

Gladbeck.  Die Maisernte stand lange auf der Kippe. Doch etwas Regen Ende August half, sie zu retten. Die Getreideernte fiel sogar überdurchschnittlich aus.

Gladbecks Landwirte sind trotz des erneut trockenen und heißen Sommers doch noch recht zufrieden mit der Ernte 2019. Die Getreideernte fiel überraschend sogar leicht überdurchschnittlich aus. Die für die milchproduzierenden Betriebe so wichtige Maisernte lag zwar dagegen deutlich unter dem Durchschnitt – aber die Bauern sind froh, dass es überhaupt zu einer Ernte kam.

Denn die Maisernte stand lange auf der Kippe. „Hätte es in der zweiten Augusthälfte nicht doch endlich mal geregnet, es waren etwa 30 Liter, wäre es zum Desaster gekommen“, bilanziert im Gespräch mit der WAZ Bernd Im Winkel, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Lokalvereins. „Es war fünf vor zwölf, ohne den Regen, oder wäre er nur vierzehn Tage später gekommen, wäre der Mais nicht mehr zu retten gewesen“, berichtet Im Winkel von dramatischen Tagen für die Bauern.

Die Maiskolben konnten sich Dank des Regens Ende August noch ausbilden

So aber konnte sich der Maiskolben noch einigermaßen ausbilden. Dass der Mais aber unter Trockenheit und Hitze litt, zeigt die Größe der Pflanzen: Sie waren nur zwischen 1,30 und 1,50 Meter hoch, normalerweise, so Im Winkel, erreichen sie bis zu drei Meter. Was auf den Ertrag drückte: Der lag zwischen 29 und 32 Tonnen pro Hektar, normal sind 40 bis 50 Tonnen, je nach Lage. Im Winkel: „Erstaunlicherweise lag er über dem Ergebnis des Vorjahres, als es 25 Tonnen waren.“

Das Getreide wurde in diesem Sommer zwar im Schnitt zehn Tage früher als üblich eingefahren, aber der Ertrag war, so Im Winkel. „richtig gut“. Die Bedingungen seien in diesem Jahr sogar ideal gewesen: Vor allem die Gerste habe vom Regen und der kühlen Witterung im Mai profitiert, die trockene Phase im Juni vor der Ernte tat den Pflanzen gut, nur die Hitze Ende Juni führte dazu, dass wir früher Dreschen mussten“, berichtet der Rentforter Landwirt.

Die Qualität der Wintergerste ist in diesem Jahr sogar „hervorragend“

Acht bis achteinhalb Tonnen pro Hektar konnten geerntet werden – üblich seien sieben bis siebeneinhalb Tonnen. Vor allem: Die Qualität sei hervorragend. Beim Roggen sah das Ergebnis ähnlich aus. Nur der Weizen litt dann schon etwas unter der anhaltenden Hitze. „Aber auch hier hatten wir eine gute durchschnittliche Ernte.“ Was in diesem Jahr eher ein Desaster war, das sei der Grasschnitt gewesen. Die ersten zwei Schnitte im Frühjahr seien, so Im Winkel, noch ganz gut gewesen, „danach waren die Wiesen aber nur noch braun.“ Zufrieden scheinen die Bauern auch mit der Ernte von Rüben und Kartoffeln (wenn aus Brunnen bewässert wurde). Beide Ernten laufen aber noch.

Das derzeitige Regenwetter ist ganz im Sinne der Landwirte. „Seit Ende September sind inzwischen rund 100 Liter pro Quadratmeter gefallen, das Erdreich ist allerdings erst bis zu einer Tiefe von 30 bis 35 Zentimetern nass“, so Bernd Im Winkel. „Im Grundwasser ist da noch gar nichts angekommen.“ Er hofft, dass es über den Winter 300 bis 400 Liter gibt. „Die Natur braucht es.“ Wie dramatisch trocken es war, zeigte sich dem Rentforter am Brabecker Mühlenbach. „Der war drei Monate lang völlig trocken, das habe ich in meinen weit über 40 Jahren noch nicht erlebt.“

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