Verlassene Häuser

Leerstehender „Ellinghorster Hof“ hat einen neuen Besitzer

Seit dem Jahr 2007 steht der Ellinghorster Hof leer. Erst vor kurzem ist das Haus an der Ecke Bottroper Straße/Beisenstraße verkauft worden.

Seit dem Jahr 2007 steht der Ellinghorster Hof leer. Erst vor kurzem ist das Haus an der Ecke Bottroper Straße/Beisenstraße verkauft worden.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Der alte „Ellinghorster Hof“ in Gladbeck soll umgebaut - zum Hotel ohne Restaurant. Die Genehmigung dafür liegt vor. Der Umbau ruht aber noch.

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Übernachtungsgäste hat der „Ellinghorster Hof“ schon seit Jahren nicht mehr beherbergt. „Frühstück und warme Küche täglich ab 6 Uhr“, wie es das Schild an der angeschmuddelten Hauswand noch verkündet, gibt’s natürlich auch schon lange nicht mehr. Vor mittlerweile zwölf Jahren hat der damalige Besitzer das kleine Hotel mit Restaurant an der Ecke Bottroper Straße / Beisenstraße aufgegeben. Seitdem steht es leer, zählt zu Gladbecks (wenigen) verlassenen Häusern.

Der neue Eigentümer vom Ellinghorster Hof hat bereits im April einen Bauantrag gestellt

Noch Anfang des Jahres sah es so aus, als ob neues Leben in das alte Gebäude einziehen sollte. Viele Jahre wurde für die Immobilie ein neuer Besitzer gesucht. Verkauft ist das ehemalige Hotel nun tatsächlich. „Der neue Eigentümer hat auch bereits im April einen Bauantrag gestellt, der von der Stadtverwaltung genehmigt wurde“, erklärte auf Anfrage der WAZ der städtische Wirtschaftsförderer Peter Breßer-Barnebeck.

Passiert sei seitdem allerdings nichts. Laut Bauantrag habe der neue Besitzer die Absicht, im „Ellinghorster Hof“ wieder ein Hotel zu betreiben. Allerdings ohne Restaurant. Nach dem letzten Umbau im Jahr 1996 verfügte das Hotel über ein Restaurant mit 100 Plätzen und in den beiden Etagen darüber über zehn Hotelzimmer für insgesamt 24 Gäste. Errichtet wurde das Haus bereits im Jahr 1896, allerdings war es nicht von Anfang an ein Hotel (Infobox).

Ein Restaurant soll das Hotel nicht mehr bekommen

„Nach den Plänen des neuen Eigentümers soll der bisherige Restaurantbereich auch zu Hotelzimmern umgebaut werden. Eine Gastronomie wird es also nach dem Umbau nicht mehr geben“, erklärt Breßer-Barnebeck. An dieser Stelle weiterhin Übernachtungsmöglichkeiten anbieten zu wollen, mache ja auch Sinn, betont der Wirtschaftsförderer im Hinblick auf die Nähe zur Autobahn und die vielen Firmen und Unternehmen im direkten Umfeld. Wann der Umbau aber tatsächlich in Angriff genommen wird, darauf habe die Stadt Gladbeck keinen Einfluss. Die Baugenehmigung behalte aber auf jeden Fall drei Jahre ihre Gültigkeit.

Unabhängig von der Situation im Fall des Ellinghorster Hofs, so Breßer-Barnebeck weiter, sei es manchmal schon seltsam, wie Hausbesitzer mit ihren Immobilien umgingen. Es mache ja eigentlich keinen Sinn, eine Immobilie über Jahre leer stehen zu lassen. Einen Überblick darüber, wie viele solcher Häuser es in Gladbeck derzeit gibt, habe die Stadtverwaltung allerdings nicht. „Wir werden auf solche Gebäude in der Regel aufmerksam, wenn es Beschwerden aus der Nachbarschaft über ein solches Haus gibt“, erklärt Breßer-Barnebeck. Eine gesetzliche Pflicht, ein Haus zu nutzen und instand zu halten, gebe es nicht. Und eingreifen könne eine Kommune immer erst dann, wenn von einer verlassenen Immobile eine öffentliche Gefahr, beispielsweise durch Rattenbefall, ausgehe.

Seit Jahren ein Ärgernis ist die Schrottimmobilie „Erlenkrug“

Keine verlassene Immobilie – denn schließlich ist der Eigentümer bekannt – , dafür aber bereits seit Jahren ein Ärgernis auch für die Nachbarn ist die Schrottimmobilie „Erlenkrug“ an der Buerschen Straße in Gladbeck-Ost. Seit nunmehr 17 Jahren gammelt der Gebäudekomplex, bestehend aus einem mehrstöckigen Wohngebäude und einer kleinen Ladenzeile vor sich hin. Nachdem im Innenhof der Ruine im Juli ein großes Feuer ausgebrochen war, ist der Stadtverwaltung nun endgültig der Geduldsfaden gerissen: Sie hat dem Eigentümer ein Sanierungsgebot auferlegt. Das bedeutet: Er muss innerhalb einer gesetzten Frist Haus und Ladenzeilen wieder nutzbar machen. Schriftlich mitgeteilt hat die Verwaltung ihm das bereits. „Mitte Dezember läuft die Frist ab. Bis dahin muss er auf unser Schreiben reagiert haben“, erklärt Peter Breßer-Barnebeck. Erfolge keine Reaktion, drohen Zwangsmaßnahmen. „Bislang“, so der Wirtschaftsförderer, „haben wir noch nichts von ihm gehört.“

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