Kommentar

Mietimmobilien: Eine irreführende Diskussion

WAZ-Redakteur Georg Meinert kommentiert den Streit von SPD und CDU über Mietimmobilien der Stadt.

WAZ-Redakteur Georg Meinert kommentiert den Streit von SPD und CDU über Mietimmobilien der Stadt.

Gladbeck.  Die großen Parteien streiten über Mietimmobilien der Stadt – die SPD wirft der CDU vor, so die Seniorenbüros schließen zu wollen. Ein Kommentar.

Das Gezerre in der Debatte um die städtischen Mietimmobilien mutet inzwischen abschreckend an. Ein durchaus sinnvoller Beitrag der CDU wird von der SPD nicht nur nicht ernst genommen, sondern ganz offensichtlich bewusst missverstanden. Anders kann man die „Überinterpretation“ nicht nennen, die CDU wolle Senioreneinrichtungen schließen, wenn sie sämtliche von der Stadt angemieteten Immobilien aus Gründen der Sparsamkeit auf Sinn und Zweck beleuchten will.

Mit ihrem Beharren laufen die Sozialdemokraten Gefahr, sich zu Fake-news-Produzenten herabzuwürdigen, mit dem Ziel, der CDU knapp ein Jahr vor der Kommunalwahl nach Kräften zu schaden, sich aber nicht mit der Sache auseinander setzen zu wollen. Eine pointierte, sachlich überzeugende, vielleicht sogar leicht überspitzte Wahlkampfrhetorik sieht jedenfalls anders aus.

Der wahre Gegner der SPD ist nicht die CDU, sondern sitzt am rechten politischen Rand

Überhaupt hat man seit langem den Eindruck, als sei die CDU für die Sozialdemokraten der lästigste Feind überhaupt im Politikbetrieb. Da klingt Überheblichkeit mit, aber vor allem Geringschätzung. Offenbar hat die SPD noch immer nicht realisiert, dass ihre wahren politischen Gegner ganz woanders sitzen, vor allem am rechten politischen Rand. In den einstigen SPD-Hochburgen hat zuletzt nicht die CDU, sondern die AfD gejubelt.

Ausgerechnet die Bürgermeisterkandidatin der SPD, Bettina Weist, noch kaum als solche öffentlich in Erscheinung getreten, macht sich offenbar genau diese verkrustete Ideologie zu eigen, indem sie als Erste bei ihrer Antrittsrede die CDU irreführend angriff. Die Schulamtsleiterin, politisch bislang eher ein unbeschriebenes Blatt und im Hintergrund agierend, hätte durchaus die Chance, sich von der bisherigen Parteitaktik zu emanzipieren, da mit Roland und voraussichtlich auch Hübner zwei Strategen abtreten. Doch das muss man wollen.Bürgermeister-Kandidatin Bettina Weist- „Ich kann Gladbeck!“

bürgermeister-kandidatin bettina weist- „ich kann gladbeck!“

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