Rettungsdienst

Notruf: Feuerwehr-Leitstelle stellt jetzt gezielter Fragen

Ein Disponent in der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst des Kreises Recklinghausen.

Ein Disponent in der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst des Kreises Recklinghausen.

Foto: Kreis Recklinghausen

Gladbeck/ Recklinghausen.  Neues, standardisiertes Verfahren gibt den Disponenten die Fragen bei einem Notruf vor. Ziel ist, schnellstmöglich die beste Hilfe loszuschicken.

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Wer einen Notruf über die 112 in Richtung Kreisleitstelle der Feuerwehr absetzt, wird jetzt noch zielgerichteter durch den Anruf geleitet. Grund dafür ist die sogenannte strukturierte Notrufabfrage, die nach der aktuellen Testphase ab November Standard sein wird. Die Einsatzbearbeiter erhalten über einen vorgegebenen Fragenkatalog die notwendigen Informationen, um die richtigen Rettungsmittel schnellstmöglich auf den Weg zu bringen.

Der Disponent wird über eine Software unterstützt. Was ist passiert? Ist nur eine Person betroffen oder sind es mehrere? Für die Rettungskräfte ist vor allem die Abfrage der Vitalfunktionen wichtig: Ist die Person bei Bewusstsein? Atmet sie? Die Antworten gehen aus dem System heraus direkt an die alarmierten Mitarbeiter vom Rettungsdienst, so dass sie schon auf der Anfahrt ein Bild von der Situation vor Ort bekommen.

Für Krankentransport- und Brandschutz-Einsätze wird das System ergänzt

„Das ist für die Rettungssanitäter und Notärzte sehr hilfreich, weil sie in Gedanken schon die nächsten Schritte vorbereiten können. Das kann viel Zeit sparen“, sagt Dr. Nicolaus Schuback, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst. Die Anrufer müssen keine Sorge haben, dass es wegen der Fragen zu lange dmit der Rettung dauert: „Die Hilfe ist schon unterwegs, wird parallel zum Einsatzort geschickt, auch wenn das Telefonat noch nicht beendet ist“, erläutert Sven Wehrhagen Leiter der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst. Für Krankentransport-Anrufe und Brandschutz-Einsätze wird diese Art der Abfrage in den nächsten Monaten erarbeitet.

Der Vorteil des standardisierten Verfahrens für die Disponenten sei, „dass selbst in der stressigsten Phase keine Frage vergessen werden kann“, sagt Sven Wehrhagen. Darüber hinaus gibt es zusätzliche „Unterstützungsfenster“ für besondere Lagen. Wenn telefonisch eine Reanimation angeleitet wird, gibt das System beispielsweise den Druck-Rhythmus vor, den der Disponent so an den Anrufer zur Herzdruckmassage weitergeben kann. Ähnliche Hilfen gibt es für Geburten, Verbrennungen oder für den Einsatz eines Defibrillators.

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