Kirchenkonzert

Orgel trifft in St. Lamberti Gladbeck auf Mezzosopran

Rund 100 Besucher waren begeistert: Bei den Gladbecker Orgeltagen traten Mechthild Georg und Konrad Suttmeyer in der Kirche von St. Lamberti auf. Foto:Oliver Mengedoht

Rund 100 Besucher waren begeistert: Bei den Gladbecker Orgeltagen traten Mechthild Georg und Konrad Suttmeyer in der Kirche von St. Lamberti auf. Foto:Oliver Mengedoht

Gladbeck.   Kantor Konrad Suttmeyer und Mezzosopranistin Mechthild Georg interpretierten in der Gladbecker Propsteikirche Werke von Widor, Fauré und Brahms.

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Nach einem großartigen Konzert in der Lambertikirche verabschiedeten sich Kantor Konrad Suttmeyer an der Orgel und die Mezzosopranistin Mechthild Georg mit einer Zugabe. Die gebürtige Gladbeckerin überzeugte mit ihrer glasklaren, nuancenreichen Stimme. Im vorletzten Konzert der Gladbecker Orgeltage in dieser Saison wurden Stücke von Charles-Marie Widor, Gabriel Fauré und Johannes Brahms, Komponisten, die die Musik des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts entscheidend mitprägten, vorgestellt.

Zusammenspiel der Sonderklasse

Rund 100 Zuhörern wurde ein musikalisches Zusammenspiel der Sonderklasse geliefert. Schon im ersten Stück von Gabriel Fauré, dem Requiem „Piu Jesu“, das, passend zum Herbstanfang, Tod und Vergänglichkeit thematisierte, konnte Mechthild Georg einen Einblick in ihre volumenstarke Stimme geben, deren empathischer Ausdruck von Konrad Suttmeyer kongenial begleitet wurde. Es folgten, quasi als Widerpart, die ersten vier Sätze der Symphonie No.VI in c-Moll von Charles Widor. Hier konnte sich Konrad Suttmeyer am Spieltisch voll entfalten. Das schnell voranschreitende Allegro wirkte fröhlich und unbefangen, im endenden Cantabile kam noch einmal das menschliche Maß fast liedhaft zum Tragen.

Brahms: Vier ernste Gesänge

In den vier ernsten Gesängen von Johannes Brahms kam das dunkle Timbre von Mechthild Georg zum vollen Ausdruck. Brahms schrieb diesen Liederzyklus kurz vor seinem Tod. Die Texte für die ersten drei Lieder sind dem Alten Testament entnommen und thematisieren die Vergänglichkeit des Lebens. Der Text des vierten Liedes entstammt dem Neuen Testament und stellt Glaube, Hoffnung und Liebe in den Mittelpunkt.

Mörike-Gedicht vertont

Daran anknüpfend gestaltete Suttmeyer das lebendige Vivace, den letzten Satz der VI. Symphonie von Charles Widor. Als Zugabe wurde ein Stück von Hugo Wolf gespielt. Der spätromantische österreichische Komponist vertonte ein Gedicht von Eduard Mörike. Auch hier zeigte sich noch einmal dem begeisterten Publikum das prächtige Zusammenspiel von Orgel und inbrünstigem Gesang.

„Heimspiel“ für Mechthild Georg

Für Mechthild Georg war der Auftritt in der Lambertikirche ein „Heimspiel“. Sie erhielt eine gründliche musikalische Ausbildung von ihrem Vater, der Kantor an St. Lamberti war. Sie studierte in Köln Romanistik und Geschichte sowie Musik und schloss ihr Gesangstudium an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf an. Seit 1998 ist sie Professorin für Gesang an der Musikhochschule Köln.

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