Filmdreh

Szenen für Film „Hier und Jetzt“ werden in Gladbeck gedreht

Regisseur Tom Sielemann (2.v.l.) begutachtet kritisch im Kreise seines Teams eine Szene, die im Gladbecker Café Goethestraße für den Kurzfilm „Hier und Jetzt“ gedreht wurde. Im Hintergrund die Hauptdarstellerinnen Marijke Smitt (links) und Marija Mauer.

Regisseur Tom Sielemann (2.v.l.) begutachtet kritisch im Kreise seines Teams eine Szene, die im Gladbecker Café Goethestraße für den Kurzfilm „Hier und Jetzt“ gedreht wurde. Im Hintergrund die Hauptdarstellerinnen Marijke Smitt (links) und Marija Mauer.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Für den Filmdreh zu „Hier und Jetzt“ mit Regisseur Tom Sielemann wurden Gladbecker Orte ausgewählt. Auch das Café Goethestraße gehörte zum Set.

Licht aus, Spot an! Das Café Goethestraße verwandelt sich für einige Stunden von der urigen Kneipe in einen wuseligen Drehort. Dort spielen nämlich Szenen in dem Kurzfilm „Hier und Jetzt“. Der Zweckeler Filmmusikkomponist Danny-Tristan Bombosch hat sich in Gladbeck umgeschaut, welche Locations – so heißt es so schön auf „Neudeutsch“ – zur Geschichte passen würden: Und er wurde fündig.

Schwarze Planen dunkeln das Café von außen ab, innen im Lokal herrscht dämmriges Schummerlicht. Recht so, schließlich geht’s um eine Nachtszene. Trotzdem sehen Regisseur Tom Sielemann und Produktionsassistent Danny-Tristan Bombosch, von dem auch der Sound stammt, jedwede Störung im Gesamtbild. „Kann mal jemand die Tür vom Damenklo schließen?“, ruft der Gladbecker in den Raum. Man kann.

Hauptdarstellerinnen sind Marija Mauer und Marijke Smitt

Trotzdem haben die Hauptdarstellerinnen Marija Mauer und Marijke Smitt immer noch nicht ihren großen Auftritt. Irgendwer ist aus dem Hintergrund zu hören: „Danny! Ich habe gehört, Du schlägst die Klappe. Wo ist die Klappe?“ Ach ja, hier! Ein Team-Mitglied nimmt sie an sich. Später kommt die Filmklappe zum Einsatz, um die einzelnen Einstellungen zu markieren.

„Hier sieht es aus wie ein Chaos“, meint Danny-Tristan Bombosch. Und stellt im gleichen Atemzug klar: „Es ist hier aber alles geordnet!“ Ein jeder im Filmstab konzentriert sich auf seinen Job. Deswegen entgeht den Argusaugen auch der kleinste Fussel nicht. Der Film-Fachmann aus Zweckel entdeckt einen winzigen Schönheitsfehler in der Szenerie: „Was ist mit dem Puder? Auf der Stirn braucht Marijke auf alle Fälle noch etwas, da ist Glanz.“ Kaum bemerkt, wedelt der große Pinsel über das Gesicht der 22-jährigen Schauspielerin. Sicherheitshalber bekommt Kollegin Marija auch noch ein paar Stäubchen ab. Set-Aufnahmeleiter Claudius Eisentraut, ein Hüne im signalroten Pullover, hat den Überblick. Bevor die Schauspielerinnen aus dem Hintergrund treten, mahnt er: Alle Handys sollen jetzt mal Sendepause haben.

Die Filmklappe klappt: „10, die erste!“ Regisseur Sielemann: „Ruhe bitte!“ Kameramann Sebastian Moretto geht auf Position.

Der Kameramann geht auf Position

Außer Sichtweite ist zu hören, wie eine Tür geöffnet wird. Marija Mauer erscheint auf der Bildfläche. Die 28-jährige Berlinerin verkörpert in dem Kurzfilm Sophie, die kellnert. Im Schlepptau hat sie ihre beste Freundin Ellen. Marijke Smitt hat diesen Part übernommen. In „Hier und jetzt“ sind die beiden jungen Frauen beste Freundinnen und Mitbewohnerinnen, „die auf eine Selbstfindungsreise gehen“, wie die 22-Jährige sagt. Als Ellen möchte sie Schauspielerin werden, ein Stipendium in Kanada wäre das Sprungbrett. Nur: Was wird aus der innigen Freundschaft zu Sophie, sollte sie selbst sich fürs Ausland entscheiden?

In der Szene, die gerade gedreht wird, ist noch nicht erkennbar, ob es ein Happy End geben wird. Sophie kommt nachts mit ihrer Freundin ins Lokal. Ist das denn erlaubt? „Ich hab’ doch einen Schlüssel“, legt das Drehbuch Marija Mauer in den Mund. „Ein bisschen trotziger, patziger“, wünscht sich Sielemann diesen Satz.

Marijke Smitt und Marija Mauer beweisen gute Laune und Geduld

„Bitte auf Anfang!“ Mal ruft Bombosch: „Die Tonangel ist im Bild!“ Tonmeister Malte Weitkamp muss ‘ran. Mal fallen Team-Mitglied Ann-Sophie Kampa dunkle Minischatten auf. Ob es nicht langweilig wird, diese Sekunden immer wieder zu spielen. Nein, das finden Mauer und Smitt, die auch privat befreundet sind, nicht. Man könne ja immer ein bisschen variieren. Eine Zahnputz-Szene habe sie 15 Mal in zwei Stunden gespielt, sagt Marija Mauer – „Da tat mir dann das Zahnfleisch weh!“

Marijke Smitt kann sich gut in ihre Rolle hineinversetzen. Sie erzählt: „Mir erging es ähnlich. Mein Vater hat in den Niederlanden gewohnt. Ich musste mich entscheiden: Bleibe ich bei ihm oder gehe ich zur Schauspielschule in Berlin?“ Wie der Film „Hier und Jetzt“ endet, verrät sie nicht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben