Tierschutzarbeit

Tierschützer suchen dringend Fahrer für das Tierschutz-Auto

Die Sommermonate, sagt Tanja Zimmer vom Tierschutzverein, bescheren den Tierschützern immer mehr Arbeit: „Dann sind die Leute oft draußen und bekommen einfach mehr mit.“

Die Sommermonate, sagt Tanja Zimmer vom Tierschutzverein, bescheren den Tierschützern immer mehr Arbeit: „Dann sind die Leute oft draußen und bekommen einfach mehr mit.“

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Tierlieb muss die Hilfe sein und starke Nerven haben: Der Tierschutzverein Gladbeck sucht einen Ehrenamtler, der das Tierschutz-Auto fährt.

Der Gladbecker Tierschutzverein sucht ganz dringend Menschen, die sich ehrenamtlich für notleidende Tiere engagieren wollen. Ganz oben auf der „Wunschliste“ der Vereinsvorsitzenden Tanja Zimmer steht ein Fahrer, oder auch eine Fahrerin, für das Tierschutzauto des Vereins.

„Wenn wir da schnell jemanden finden würden, wäre das wirklich eine große Hilfe für den Tierschutz“, sagt Tanja Zimmer. Tierlieb müsste die Unterstützung sein und auch über ein starkes Nervenkostüm verfügen. „Wir erleben nämlich ziemlich viel bei unseren Fahrten, und das wenigste davon ist wirklich schön“, gibt die Tierschützerin zu bedenken – in der Hoffnung, dass sich davon ein wirklicher Interessent aber nicht abschrecken lässt.

Im Sommer haben die Tierschützer in der Regel immer mehr zu tun

Da die Arbeit auch ziemlich zeitaufwendig sein kann, käme wohl vor allem ein Rentner oder Frührentner, egal ob Mann oder Frau, für die ehrenamtliche Aufgabe in Frage.

Oder jemand, der lediglich einen 450-Euro-Job hat, und der so noch genügend Zeit für die Tierschutzarbeit aufbringen kann. Im Sommer, sagt Tanja Zimmer, ist in der Regel immer mehr zu tun. „Dann sind die Leute öfter draußen und bekommen auch mehr Dinge mit.“ Verletzte oder verwilderte Katzen, im Garten in der Sonne angebundene Hunde, vernachlässigte Pferde auf einer Weide. In solchen Fällen klingelt in der Regel das Telefon des Vereins und die Tierschützer machen sich auf den Weg.

Auch nächtliche Fahrten können vorkommen. „Aber damit würden wir natürlich nicht gleich zu Anfang den neuen Helfer belasten. Das erledigen erst einmal noch die Helfer, die schon länger dabei sind“, sagt die Vereinsvorsitzende. Fünf aktive Ehrenamtliche plus Tanja Zimmer kümmern sich um notleidende Tiere in Gladbeck. Insgesamt hat der Verein um die 370 Mitglieder, die mit ihren Mitgliedsbeiträgen immerhin eine finanzielle Hilfe darstellen.

Weitere Helfer sind dem Tierschutzverein Gladbeck ebenfalls immer willkommen

„Neben einem Fahrer für den Tierschutzwagen sind weitere Helfer natürlich immer willkommen“, betont Zimmer. Sie könnten zum Beispiel gern bei den Vorbereitungen von Aktionen und Festen des Vereins mit anpacken.

Die Sommerferien haben den Tierschützern einiges an Arbeit beschert. Gleich zu Anfang der schulfreien Zeit, zählt Zimmer auf, ging es los mit einem ausgesetzten Hund. Ein mittelgroßer Mischling war von seinen Besitzern in der Nähe von Wittringen angebunden – und dann „vergessen“ worden. Die Tierschützer brachten ihn ins Gelsenkirchener Tierheim. Ausgesetzte Katzen, Hasen und Kaninchen kamen in den folgenden Wochen noch hinzu. Insgesamt, sagt Zimmer, sei die Zahl der ausgesetzten Tiere wohl zurückgegangen.

Beim Aussetzen von Tieren sind die Menschen „einfallsreicher“ geworden

Das aber nach Ansicht der Tierschützerin auch nur, weil „die Menschen einfallsreicher geworden sind auf diesem Gebiet“.

Sprich: Sie binden Hund oder Katze direkt an einem Tierheim an, oder sie lassen den lästig geworden Familienhund einfach irgendwo laufen. „So ist er dann ein Fundhund, der irgendwo aufgegriffen wird, aber dessen Besitzer sich nie wieder melden“, ärgert sich die Tierschützerin.

Was stark zugenommen habe, seien zudem Anrufe von Bürgern, die kranke oder verletzte Tauben in der Stadt bemerkt haben. „Da können wir aber wirklich kaum helfen, das übersteigt unsere Kapazitäten. Bei diesen Meldungen müssen wir dann zum Beispiel auf Tierärzte verweisen.“ Das Thema der Stadttauben sei momentan ein häufig diskutiertes. „Und dann nimmt natürlich auch die Zahl der Meldungen zu, weil die Bürger einfach aufmerksamer werden.“ Darüber hinaus ist Tanja Zimmer aber auch davon überzeugt: „Es gibt einfach zu viele Tauben in Gladbeck.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben