Talkveranstaltung

Vier Sportgrößen plaudern über ihre Liebe zum Ruhrpott

Der Fußballkommentator Jörg Dahlmann (4.v.l.) moderierte den „Talk unterm Glasdach“ in der Gladbecker Stadthalle mit Werner Hansch (3.v.l.), Frank Busemann (1.v.l.) und Heiko Waßer.

Der Fußballkommentator Jörg Dahlmann (4.v.l.) moderierte den „Talk unterm Glasdach“ in der Gladbecker Stadthalle mit Werner Hansch (3.v.l.), Frank Busemann (1.v.l.) und Heiko Waßer.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Von Taschengeld bis Kohle schleppen: Jörg Dahlmann, Werner Hansch, Frank Busemann und Heiko Waßer erzählen, was sie z.B. mit Gladbeck verbindet.

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Zweimal 45 Minuten „Talk unterm Glasdach“ in der Stadthalle – mit drei Top-Gästen, die mit Schlagfertigkeit und tollen Pointen die Zeit wie im Fluge vergehen ließen. Dazu ein Moderator, der sich sichtlich freute, in seiner Heimatstadt zu sein: Der Fußball-Reporter Jörg Dahlmann warf seinen Gästen, dem Formel-1-Experten Heiko Waßer, dem TV- und Radio-Kommentator Werner Hansch und dem Ex-Zehnkämpfer und jetzigen TV-Leichtathletik-Experten Frank Busemann verbale Bälle zu, die diese ebenso humorvoll wie souverän verarbeiteten, auch noch in der „Nachspielzeit“, deren Dauer durchaus „kuhlenkampf-artige“ Dimension annahm.

In Gladbeck lief Busemann seine beste Hürdenzeit

Zum Auftakt stellte das Quartett auf dem Podium seine Verbundenheit zum Revier und speziell zu Gladbeck heraus. „Ich habe im Stadion in Wittringen viele Wettkämpfe absolviert und bin hier meine bis heute beste Hürdenzeit gelaufen,“ erinnert sich Busemann, der bei den Olympischen Spielen 1996 Silber im Zehnkampf gewann.

Heiko Waßer, der 1957 in Schultendorf das Licht der Welt erblickte, ließ „die vielen kriegsbedingten Schlaglöcher auf der Höhenstraße“ und die „Fahrt mit der Straßenbahn mitten durch die Stadt“ Revue passieren. „Wir Waßers wohnten dort in zwei Viertelhäusern auf engstem Raum zusammen, dank meiner vielen Omas brauchte ich nie das essen, was ich nicht mochte.“

Bis auf Busemann (Jahrgang 1975) blieb niemandem erspart, als „Kröte“ - damals im Pott die normale Bezeichnung für Kinder – die Kohlen reinzuholen. Still wurde es im gut besetzten Foyer der Stadthalle, als Werner Hansch, 1938 in Recklinghausen-Süd zur Welt gekommen, vom Widerstand der Bergleute und speziell seines Vaters gegen die Nazi-Diktatur erzählte. Wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ saß er im KZ Buchenwald ein mit fatalen Folgen. „Mein Vater war schon tot, als er noch lebte.“

Formel-1-Experte Heiko Waßer hat als Kind die „Bravo“ ausgetragen

Sein erstes Taschengeld verdiente Werner Hansch mit Arbeiten beim Bauern in Haltern, Heiko Waßer trug die „Bravo“ aus, stellte bei Günter Kost die Kegel auf und hatte Glück am Spielautomaten.

Jörg Dahlmann unternahm seine ersten Schreibversuche bei den „Ruhr-Nachrichten“: „Sport-Redakteur Otto Holzer schickte mich nach Scholven, dort spielte Wacker gegen Hansa, und ich musste 30 Zeilen daraus machen,“ erinnert sich Dahlmann und lacht.

Den emotionalsten Moment seiner Reportertätigkeit erlebte Hansch „zweifellos in Mailand, als Schalke 1997 dort im Elfmeter-Schießen den UEFA-Pokal holte.“ „Ein Vierteljahrhundert zuvor, am 24. Februar 1973, musste ich in der Glückauf-Kampfbahn mein erstes Bundesliga-Spiel kommentieren, ausgerechnet ich, der eigentlich Experte für Pferdesport war. Schalke spielte gegen die Bayern, Minuten vorm Anpfiff bekam ich einen Zettel mit den Aufstellungen in die Hand gedrückt. Schon meine Einleitung ´meine sehr verehrten Damen und Herren´ brachte die 30000 Zuschauer aus der Fassung. Und als ich weitermachte mit dem Satz ‘Mit der Startnummer 1 Norbert Nigbur’, kamen die Leute aus dem Lachen nicht mehr heraus.“

Jörg Dahlmann musste einmal Kunstspringen kommentieren

Dahlmann erwischte es einmal, Kunstspringen kommentieren zu müssen. „Ich hatte keine Ahnung und sagte immer nur ,Hervorragend abgesprungen’ und ,spritzenlos eingetaucht’.“ Mit einer Anzeige wegen Lärmbelästigung bekam es Heiko Waßer zu tun. Er hatte bei einem Formel-1-Rennen, bei dem Schumi den WM-Titel klarmachte, die Radio-Hörer aufgefordert, ihre Fenster zu öffnen und ihrer Freude lautstark Ausdruck zu verleihen. „Der Kläger – ein pensionierter Lehrer!“

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