Pflegenotstand

18 oder 50 Jahre - für einen Pflegeberuf ist es nie zu spät

Sie starten in diesem Jahr ihre Ausbildung beim Pflegedienst Wohlbehagen. So auch an der Kaiserstraße in Hohenlimburg.

Sie starten in diesem Jahr ihre Ausbildung beim Pflegedienst Wohlbehagen. So auch an der Kaiserstraße in Hohenlimburg.

Foto: Volker Bremshey

Hohenlimburg.   Sechs junge Frauen haben ihre Ausbildung beim Pflegedienst Wohlbehagen begonnen. Für sie ein Beruf mit einer guten Perspektive.

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Der Bedarf an Pflegefachkräften ist riesig. In der Kranken- und in der Altenpflege. Denn die Menschen werden immer älter. Deshalb ist Carsten Kunz, Personalchef des Pflegedienstes Wohlbehagen froh, wenn sich Frauen und Männer für den Pflegeberuf entscheiden. „Ob 18 oder 50 Jahre. Es ist nie zu spät“, sagt er und freut sich, dass sechs junge Frauen in diesen Tagen ihre dreijährige Ausbildung beginnen. Sie gehören in der zwischenzeitlich mehr als 400 Mitarbeiter zählenden Wohlbehagen-Mannschaft zu den 32 Azubis.

Praxis sammeln sie in den verschieden Wohlbehagen-Häusern im gesamten Stadtgebiet; die vielschichtigen theoretischen Grundlagen erhalten sie im katholischen Bildungszentrum Hagen, das seit dem Jahr 2005 mit rund 50 Kooperationspartnern aus der Region eine qualifizierte Ausbildung garantiert. Auch dort erhalten speziell die Azubis mit Migrationshintergrund ihre sprachliche Grundkompetenz, die in einer kontinuierlich fortschreitenden Medizin eine immer größere Bedeutung gewinnt.

Ein Paradebeispiel ist Annamaria aus Kroatien. Sie lebt seit Oktober 2017 in Deutschland und hat sich für den Pflegeberuf entschieden. Zunächst als Pflegehilfskraft. Doch die 30-jährige Frau hat im täglichen Umgang mit den Kollegen und den Patienten so schnell die deutsche Sprache gelernt, dass sie sich für die dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin entschieden hat, um später als examinierte Fachkraft zu arbeiten und mehr Verantwortung übernehmen zu können. Eine Seiteneinsteigerin ist auch Daniela (29), die zunächst eine Ausbildung zur Friseurin gemacht hat. „Ich wollte schon immer Menschen helfen“, sagt sie. Deshalb habe sie zunächst zur Probe gearbeitet, um zu erkennen, ob sie für diese Aufgabe geeignet sei.

„Es ist wichtig, dass die Interessenten zunächst zur Probe arbeiten“, betont Carsten Kunz, „damit sie sich ein Bild von den zukünftigen Aufgaben machen.“ Mit rund 70 Prozent der Interessenten würde man sich anschließend über eine Ausbildung einigen können, 30 Prozent erkennen, dass sie für diesen Beruf nicht geeignet sind.

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