Bildung

51 Prozent der Hilde-Abiturienten in Hagen mit 1 vor Komma

Michael König ist Schulleiter am Hildegardis Gymnasium.

Michael König ist Schulleiter am Hildegardis Gymnasium.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Hagen.  Ein außergewöhnlich leistungsstarker Jahrgang prägte die Abiturprüfungen am Hildegardis-Gymnasium Hagen. 53 von 103 hatten ein Einser-Abitur.

Am katholischen Hildegardis-Gymnasium in Hagen hat über die Hälfte der Abiturienten ein Einser-Abitur hingelegt. 53 von 103 Schülern verließen die Schule mit einer 1 vor dem Komma. Das entspricht einer Quote von 51,5 Prozent. „Das ist schon ungewöhnlich, aber ich glaube, dass wir auch einen ungewöhnlich leistungsstarken Abitur-Jahrgang hatten“, versuchte Schulleiter Michael König das Ergebnis einzuordnen.

Dass die Abiturnoten im Schnitt immer besser ausfallen, ist ein seit Jahren zu beobachtender Trend. Dass aber über 50 Prozent aller Abiturienten einer Schule ein Einser-Abi hinlegen, ist dann doch eine Ausnahme. Die Hildegardisschule ist das einzige nichtstädtische Gymnasium in der Stadt, es wird vom Erzbistum Paderborn getragen. Die Penne genießt seit jeher einen guten Ruf in der Stadtbevölkerung, ist aber vom überragenden Abschneiden ihres diesjährigen Abijahrgangs (weitere 41 Abiturienten haben eine 2 vor dem Komma) selbst ein bisschen überrascht. „Ich muss gestehen, dass wir das im Kollegium noch gar nicht weiter besprochen und analysiert haben“, so König.

Viele Abiturienten mit Mathe im Abi

Grundsätzlich sei die „Hilde“ bei den Abiturprüfungen an die gleichen Vorgaben gebunden wie andere Gymnasien, die Arbeiten seien sowohl von eigenen Lehrern als auch externen Korrektoren bewertet worden. Als Indiz für einen überdurchschnittlich leistungsstarken Jahrgang wertet König die Tatsache, dass über 90 der 103 Schüler Mathematik im Abitur belegt hatten.

Zudem attestierte er seinen Kollegen in der Oberstufe „gute Arbeit“. Er selbst halte sich aus der Notengebung völlig heraus, betonte der Schulleiter: „Ich selbst mische mich in dieses Verfahren nicht ein. Das wäre auch unzulässig.“ Seitens der Schulleitung werde auch keinerlei Druck auf das Kollegium ausgeübt, im Zweifelsfall eher die bessere Note zu geben – im Gegenteil: „Ein sehr gut sollte meiner Meinung nach eine besondere Note bleiben, sonst entwerten wir die Leistungen.“

Auch die Schüler seien von dem außergewöhnlich guten Abschneiden überrascht gewesen, so Ann-Christin Kriwett (17) aus Bathey, die selbst eine 1,9 erreicht hat: „Es hatte sich zwar schon vorher heraus kristallisiert, dass einige sehr gut sind. Als aber bekannt wurde, wieviel Einser dabei sind, war das eine Überraschung.“ Einfach seien weder die Schulzeit noch die Prüfungen gewesen: „Unsere Lehrer habe viel von uns gefordert, uns aber auch gut vorbereitet. Wir mussten viel lernen.“

Keine besondere Auszeichnung

Dagegen zeigte sich König erleichtert, dass die Affäre um seinen Vorgänger, der wegen des Besitzes von Bildern und Videos, die Jugendliche bei sexuellen Handlungen zeigen, entlassen und zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie einer Geldbuße von 10.000 Euro verurteilt worden war, offenbar keine Nachwirkungen auf die Leistung der Schüler gezeitigt hat. „Wir hatten unsere Sorgen, sind aber ohne großen Schaden davon gekommen.“

Nach wie vor bildeten katholische Kinder und Jugendliche das Fundament der Schule, doch die Hilde nehme vermehrt evangelische, orthodoxe oder muslimische Schüler auf: „Die Zuwanderung ist Aufgabe auch unserer Schule. Bestimmte gesellschaftliche Veränderungen kommen auch bei uns an.“

Besonders ausgezeichnet wurden die zahlreichen Einser-Abiturienten für ihre Zeugnisse übrigens nicht. Die Schule verzichtete bewusst darauf, einzelne Schüler hervorzuheben, der Gesamteindruck eines hervorragenden Gesamtergebnisses sollte die Zeugnisausgabe prägen. Auch jene vier Schüler, die ihr Abi mit der besten aller Noten, der 1,0 absolvierten, fügten sich brav in die Reihen ihrer Mitschüler ein.

So schneiden die anderen Schulen an

Hier die Zahl der Einser-Abiturienten an den Hagener Gymnasien:

Hilde: 103 Abiturienten, 53 Einser, vier mit 1,0

Theodor Heuss: 42 Abiturienten, 10 Einser, einer mit 1,0

Albrecht Dürer: 56 Abiturienten, 14 Einser, zwei mit 1,0

Ricarda Huch: 82 Abiturienten, 16 Einser, einer mit 1,0

Fichte: 120 Abiturienten, 26 Einser, drei mit 1,0

Christian Rohlfs: 100 Abiturienten, 19 Einser, einer mit 1,0

Hohenlimburg: 89 Abiturienten, 13 Einser, einer mit 1,0

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