Kinder in Hagen

Altenheim-Becken wird Kinder-Schwimmbad für AWO-Kitas

Scheckübergabe am Beckenrand. Das Bewegungsbad des Helmut-Turck-Zentrums ermöglicht es nun Kindern, schwimmen zu lernen.

Scheckübergabe am Beckenrand. Das Bewegungsbad des Helmut-Turck-Zentrums ermöglicht es nun Kindern, schwimmen zu lernen.

Foto: Michael Kleinrensing

Helfe.  Jedes zweite Kind unter zehn Jahren kann nicht richtig schwimmen. Die AWO und die Sparkasse setzen in einem Hagener Altenheim den Gegentrend.

Der Trend ist alarmierend: In Deutschland können laut der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) knapp über 50 Prozent der Zehnjährigen nicht sicher schwimmen. Das hat mehrere Gründe. Im Helmut-Turck-Zentrum in Helfe, einer Altenpflegeeinrichtung, gehen die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die Hagener Sparkasse dagegen mit einem aus mehreren Blickwinkeln nachhaltigen Projekt vor. Hagens Sparkassen-Chef Frank Walter findet, dass es auf die ganze Stadt ausgeweitet werden sollte.

Wie in vielen Altenpflegeeinrichtungen oder Kliniken und Gesundheitshäusern gibt es auch im Helmut-Turck-Zentrum ein Bewegungsbad, das niemand mehr nutzt. Die alten Bewohner nutzen es überhaupt nicht. In vielen Einrichtungen sind Becken und Bewegungsbäder dieser Art aus Kostengründen dicht gemacht oder trockengelegt worden. Wasseraufbereitung, Energiekosten, Wärme – all diese Betriebskosten bringt kaum noch ein Träger auf.

Zu erreichendes Leistungsniveau: Seepferdchen

„Wir wollten dieses Becken aber nicht aufgeben“, sagt Birgit Buchholz, AWO-Geschäftsführerin in Hagen. Und so kam der AWO die Idee, das Becken für den Schwimmunterricht der Vorschulkinder in den acht AWO-Kitas in Hagen zu nutzen. Um dies zu ermöglichen, hat die AWO von der Sparkassenstiftung für Hagen eine Förderung von über insgesamt 11.500 Euro erhalten.

Unter dem Projektnamen „Seepferdchen“ stecken dabei die ersten AWO-Schwimmprojekte: Seit September 2019 finden „Frühschwimmerkurse“ für jeweils acht Vorschulkinder der AWO-Kitas Heidezwerge in Boelerheide und Hasselbach in Hohenlimburg statt.

Seit längerem bietet auch die Naturerlebnis-Kita Lennetal ein Schwimmangebot im Helmut-Turk-Zentrum an. Ziel all dieser „Seepferdchen“-Angebote ist es, die Kinder zunächst an das Element Wasser heranzuführen und ihnen Spaß am Schwimmen zu vermitteln. Begleitet werden die Kinder von ihnen vertrauten Erzieherinnen der beiden Kitas.

Erste Investitionsmaßnahmen wurden in helfe bereits getätigt

Im Februar 2020 wurde im Helmut-Turck-Zentrum in Zusammenarbeit mit dem Schwimmverband NRW eine erste Schulung für die Erzieher angeboten. Hierdurch wurden Mitarbeiter der AWO-Kitas in die Lage versetzt, Angebote der Wassergewöhnung und Schwimmunterricht eigenständig durchzuführen. Darüber hinaus konnten durch die Förderung der Sparkassenstiftung erste Investitionsmaßnahmen im Schwimmbad umgesetzt werden.

In Hagen sind in der Vergangenheit Bäder geschlossen worden zugunsten des Baus des Westfalenbades vor über zehn Jahren. „Das sind natürlich Anlaufpunkte, die den Vorschulkindern beispielsweise fehlen, um schwimmen zu lernen“, sagt Sparkassen-Chef Frank Walter. Nicht alle Kitas würden sich, wenn sie denn Schwimmunterricht anböten, aus ihren Vierteln auf den Weg zum Westfalenbad machen.

Genau deshalb sei es nachhaltig, auch kleinere Becken in Häusern oder Einrichtungen für das Kinderschwimmen zu öffnen – auch wenn sie ursprünglich gar nicht für Kinder gedacht waren.

Zumal auf diese Weise sich zum Beispiel auch Kinder und Pflegebedürftige begegnen, was für beide Seiten ein echter Gewinn sein kann.

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