Auf das Radgekommen

Hagen entdeckt das Rad. So manch einer hat das Geld aus seiner Ferienkasse, das in diesem Jahr mangels Reiselust gar nicht erst angefasst wird, in ein Zweirad investiert, um den Urlaub in den Fahrradsattel zu verlegen. Eine gesunde Gelegenheit, die Heimat mal aus einer ganz neuen Perspektive zu erkunden. So lässt sich beispielsweise entdecken, dass der neu entstandene Radweg an der Enneper Straße kurz hinter den Brandt-Brücken doch wieder auf die Fahrbahn mündet. In Sachen Radfahrkultur müssen unsere Planer offenbar noch hinzulernen. Aber das braucht seine Zeit.

So auch die neue Radstation mit Betreuung und Service, die am Hagener Hauptbahnhof entstehen soll. Dass es dafür einen erheblichen Bedarf gibt, beweist allein die Tatsache, dass die vor zwei Jahren aufgestellten Radboxen auf dem Berliner Platz permanent ausgebucht sind. Auf eine komfortable Radstation mag sich die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt dennoch nicht einlassen. Zum einen scheut sie die Kosten von bis zu 1,6 Millionen Euro, zum anderen sollen Standort und Ausgestaltung im Rahmen eines Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes (INSEK) für das gesamte Bahnhofsquartier erarbeitet werden.

Ohne abschreckende Wortungetüme geht in Hagen halt nichts mehr.

Für die Übergangszeit soll jetzt erst einmal eine größere Abstellanlage her. Wobei die Politik schon mahnt, sich damit nicht eine mögliche Förderkulisse für die Station zu zerschießen. Nicht, dass am Ende wie in Haspe das Geld für die perfekte Lösung wieder fehlt.

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