Rockerkrieg

Bandido in Hagen niedergestochen, doch nur Schläge angeklagt

Juli 2018: Vor der Tankstelle in Eilpe wird ein 31-jähriger Anhänger der Bandidos niedergestochen. Jetzt gibt es zwar eine Anklage gegen zwei Männer, doch die Stiche bleiben vorerst ungesühnt.

Juli 2018: Vor der Tankstelle in Eilpe wird ein 31-jähriger Anhänger der Bandidos niedergestochen. Jetzt gibt es zwar eine Anklage gegen zwei Männer, doch die Stiche bleiben vorerst ungesühnt.

Foto: Alex Talash

Hagen.   Rockerkrieg in Hagen: Jetzt gibt es auch eine Anklage wegen der Attacke auf einen Bandido an einer Tankstelle in Eilpe. Mit einer großen Lücke.

Es waren zwei Aufsehen erregende Fälle im Hagener Rockerkrieg zwischen Freeway Riders und Bandidos. Zwei Fälle, bei denen Männer blutend zu Boden gingen und schwere Verletzungen erlitten. Einmal auf der Frankfurter Straße vor dem Café Babylon, ein anderes mal auf dem Gelände der Aral-Tankstelle in Eilpe. Doch die strafrechtliche Aufarbeitung wird höchst unterschiedlich verlaufen.

Während sich ab Montag ein 58-jähriges Freeway-Riders-Mitglied wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht verantworten muss, sind zwei weitere Freeway-Riders-Anhänger nur wegen Körperverletzung angeklagt. Ihnen wird demnächst der Prozess am Amtsgericht gemacht.

Zwei junge Männer angeklagt

Denn das ist die neue Nachricht in all den Wirren des Hagener Rockerkriegs: Es gibt eine Anklage im Fall der Attacke auf dem Tankstellengelände in Eilpe. Allerdings: Diese umfasst bei weitem nicht die Dimension der Tat. Am 17. Juli vergangenen Jahres war dort ein Bandidos-Anhänger (31) niedergestochen worden. Die Stiche im Bauchraum waren lebensgefährlich, nur eine Notoperation rettete ihn.

Jetzt sind zwei Männer angeklagt: Ein 23-Jähriger aus Hannover und ein 26-Jähriger aus Hagen. Allerdings wird ihnen in der sehr kurzen Anklageschrift nur zur Last gelegt, mit Fäusten auf den Mann eingeschlagen zu haben. Dafür gibt es nach WP-Informationen unabhängige Zeugen. Die hatten allerdings nicht gesehen, ob einer der beiden auch zugestochen hatte. Und das Opfer hatte sich gegenüber den Ermittlern wenig kooperativ gezeigt.

Die Folge: Der schlimmste Teil der Tat bleibt vorerst ungeklärt. Die Frage wird sein, ob es in der Hauptverhandlung, die noch nicht terminiert ist, zu neuen Erkenntnissen kommt: „Die Zeugenliste ist sehr lang“, so Alexandra Bubenzer, die Sprecherin des Amtsgerichts.

Der Fall Café Babylon

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