Drei-Fragen-Interview

Beruf wird unterschätzt

Anke Frischkorn kennt sich mit Objektbetreuern aus.

Anke Frischkorn kennt sich mit Objektbetreuern aus.

Foto: Privat

Anke Frischkorn ist Abteilungsleiterin für die infrastrukturellen Dienste im Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadt Hagen.

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Anke Frischkorn ist Abteilungsleiterin für die infrastrukturellen Dienste im Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadt Hagen.

1Der Beruf des Hausmeisters ist ein sehr klassischer Beruf. Wie gefragt ist er heute noch?

Generell ist die Nachfrage einerseits rückläufig. Der Beruf ist nicht sehr angesehen und wird häufig unterschätzt. Andererseits besteht immer dann bei vielen Interesse, wenn sie in den Beruf hineingeschnuppert haben. Das typische Bild eines Hausmeisters, der Mann im grauen Kittel, der sich auf seinen Besen stützt, ist falsch. Sie haben ein vollkommen falsches Image, aus diesem Grund nennen wir sie bei der Stadt Hagen auch Objektbetreuer statt Hausmeister. Es sind heute Betreuer eines kompletten Gebäudes inklusive Überprüfung der technischen Anlagen, die Anforderungen an sie werden häufig unterschätzt. Dazu kümmern sie sich um die klassischen Schließdienste, sichern Gefahrenstellen ab und ihnen untersteht das Thema Sauberkeit, indem sie Vorarbeiter sind für Reinigungskräfte.

2Was muss ein guter Objektbetreuer alles mitbringen?

Er muss sich mit seinem Objekt identifizieren, er muss das Gebäude in- und auswendig kennen und offene Augen und Ohren für alle die Dinge haben, die in diesem Gebäude passieren. Er benötigt ein großes Maß an Engagement, eine gewisse handwerkliche Begabung und Verhandlungsgeschick. In Schulen ist er ein kleiner Psychologe.

3Welche Bedeutung haben Objektbetreuer für die Stadtverwaltung?

Die Kollegen sind sehr wichtig. Neben den Reinigungsmitarbeitern sind die Objektbetreuer diejenigen, deren Fehlen man am deutlichsten merkt. Sie sind die stillen Kollegen im Hintergrund, deren Arbeit häufig nicht wahrgenommen wird, weil sie keine klassischen Verwaltungsmitarbeiter sind. Ohne sie läuft aber gar nichts. Sie sind nicht zuletzt diejenigen, die das Gebäude aufschließen. Was wäre, wenn sie krank wären und niemand machte auf? Das haben wenige im Blick.

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