Brandstiftung in Hagen

Brandstiftung in Hagen: Richter lassen Täter vorerst frei

Zwei Löschzüge mussten im Februar zu dem Brand Am Hauptbahnhof ausrücken.

Zwei Löschzüge mussten im Februar zu dem Brand Am Hauptbahnhof ausrücken.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Sie wollten ihre Spuren verbrennen. Dass sie dadurch gleich ein Wohnhaus anzündeten, war ihnen nicht klar. Jetzt gehen sie ins Gefängnis.

Sie wollten die Spuren an einer Geldkassette vernichten, die sie bei einem Einbruch gestohlen hatten. Ihre Fingerabdrücke und DNA-Spuren sollten verbrennen. Dass am Ende auch das Wohnhaus in Brand geriet, hatten der Libanese (25) und der junge Syrer (19) allerdings nicht bedacht. Gestern schickte sie das Landgericht mit Kurzstrafen ins Gefängnis.

Auf fahrlässige Brandstiftung erkannte die Jugendstrafkammer und verhängte milde 15 Monate gegen den älteren Angeklagten, der jüngere kam mit neun Monaten Jugendstrafe ebenfalls günstig davon. Bewährung gab’s für beide nicht, doch vorläufige Haftverschonung.

Beide Angeklagten, die sich seit fünf Monaten in Untersuchungshaft befanden, durften vorerst als freie Männer den Gerichtssaal verlassen. Bis zum endgültigen Strafantritt müssen sie sich zweimal in der Woche bei der Polizei melden.

23.000 Euro Sachschaden

Die Verurteilten, über die Staatsanwalt Nils Warmbold befand, „beide sind Drogenkonsumenten und waren zum Zeitpunkt der Tat auf Klautour“, hatten am 7. Februar gegen halb sechs Uhr morgens die gläserne Tür eines syrischen Lebensmittelladens aufgeknackt und von der Verkaufstheke eine Geldkassette gestohlen. In unmittelbarer Nachbarschaft, im Keller des Mehrfamilienhauses Am Hauptbahnhof 4, brachen sie die Kassette auf und schritten zur Spurenvernichtung.

Als sich das Feuer auf das Gebäude ausbreitete, hatten sie das Haus längst verlassen. Zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr mussten anrücken, 18 Hausbewohner konnten über eine Drehleiter gerettet werden. „Gott sei Dank ist niemand ernstlich zu Schaden gekommen“, so Richter Jörg Weber-Schmitz. Der Sachschaden betrug 23.000 Euro.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben