Parteien

Die Oberbürgermeister-Wahl: Wer für wen in Hagen ist

Oberbürgermeister Erik O. Schulz tritt wieder an. Aber wen wird er auf seiner Seite haben?

Oberbürgermeister Erik O. Schulz tritt wieder an. Aber wen wird er auf seiner Seite haben?

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   OB-Wahl 2020: CDU und FDP unterstützen Erik O. Schulz, ihr grüner Allianzpartner lässt sich alles offen. Und dann gibt’s ein heißes SPD-Gerücht.

Die Hagener CDU macht den parteilosen Amtsinhaber Erik O. Schulz (53) bei der Kommunalwahl 2020 wieder zu ihrem Spitzenkandidaten für das Oberbürgermeister-Amt. Das haben am Montagabend die Ortsunionsvorsitzendenkonferenz und der Kreisvorstand einstimmig entschieden.

Damit ist die Union nach der FDP die zweite Partei, die sich hinter den amtierenden Verwaltungschef stellt. Und gut ein Jahr vor Beginn der heißen Wahlkampfphase stellt sich die Frage: Wie positionieren sich die anderen Parteien? In der SPD gilt der SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel derzeit als heißestes Gerücht.

Der Kandidat Schulz: Erik O. Schulz, jahrzehntelang Mitglied der SPD, war bei der Kommunalwahl 2014 von CDU, FDP und Grünen getragen worden, nachdem er überraschend sein Genossen-Parteibuch zurückgegeben hatte und als parteiloser Kandidat ins Rennen um die Nachfolge von Jörg Dehm (CDU) gegangen war. Seitdem wird er weitgehend von dieser politischen Ratsallianz getragen, zu der sich inzwischen regelmäßig auch die Hagen-Aktiv-Fraktion gesellt. Dass er wieder antreten will, hatte Schulz schon vor längerer Zeit angekündigt.

Die CDU und die FDP: CDU-Kreisvorsitzender Christoph Purps zeigt sich erfreut über das Votum seines Kreisverbandes: „Mit Erik Schulz unterstützt die CDU nicht nur den amtierenden Oberbürgermeister, sondern auch einen erfahrenen Verwaltungsfachmann, einen Vordenker für Hagen und einen bürgernahen Volksvertreter.“ Das Führungsgremium der CDU wünscht sich außerdem ausdrücklich, die Arbeit der erweiterten Allianz über die Wahl 2020 hinaus fortzuführen. „Die Allianz hat in Hagen neuen Schwung in die Stadt gebracht. Dieses Erfolgsmodell wollen wir fortsetzten“, so Purps. Die FDP hatte sich bereits bei ihrem jüngsten Parteitag einstimmig für Schulz ausgesprochen.

Die Grünen: Ob insbesondere die Grünen sich erneut hinter eine Schulz-Kandidatur stellen, bleibt jedoch offen. „Entscheidend wird sein, wer am meisten für unsere grüne Programmatik steht“, sagt der Parteivorsitzende Rolf Willaredt. Erste Option sei, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. „Aber wenn das nicht gelingt, dann schauen wir uns alle anderen Kandidaten an. Erik O. Schulz wäre dann sicherlich die erste Anlaufstelle. Aber es gibt keinen Automatismus, das ist die Meinung des Kreisvorstands.“ Mit einem möglichen SPD-Kandidaten René Röspel seien seine Parteigremien noch nicht konfrontiert worden.

Die SPD: Schon seit Wochen wird spekuliert, dass die Sozialdemokraten mit dem Bundestagsabgeordneten René Röspel als OB-Kandidat in den Wahlkampf ziehen. Dies mochte der Vollblutpolitiker, der seit 1998 im Berliner Parlament sitzt,am Mittwoch auf WP-Anfrage nicht bestätigen: „Das ist kein Gedanke, der mich gerade umtreibt.“ Ausschließen wollte er mögliche Ambitionen aber auch nicht: „Ich kann dazu derzeit nichts weiter sagen. Die Hagener SPD hat noch Zeit genug, sich mit der Frage der Kandidatur zu beschäftigen.“ Ähnlich ausweichend antwortet der SPD-Vorsitzende Timo Schisanowski: „Wir verspüren keinen Zeitdruck. Die Wahl ist ja erst im September 2020.“ Und mit Blick auf eine mögliche Röspel-Kandidatur: „Gerüchte kommentiere ich grundsätzlich nicht.“

Die Linke: Linken-Sprecher Ingo Hentschel zeigte sich am Dienstag verwundert, dass die CDU als größte Ratsfraktion es nicht schaffe, einen eigenen Kandidaten zu präsentieren. „Ich gehe davon aus, dass wir erneut mit einem eigenen Bewerber für den OB-Posten in den Wahlkampf ziehen. Es sei denn“, so Hentschel, „es gibt noch jemanden aus der Stadtgesellschaft, den wir mittragen können. Dieser müsste dann allerdings auch unsere Interessen mitvertreten.“

Hagen Aktiv, AfD, Bürger für Hohenlimburg (BfHo): Hagen Aktiv und AfD haben eine WP-Anfrage nicht beantwortet. Die BfHo wollen keinen OB-Kandidaten stellen oder unterstützen. „Da halten wir uns raus“, so Frank Schmidt.

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben