Bundesliga

Dominant: Mehrere Fanclubs des BVB aus Hohenlimburg

Marcel Krüger aus Hohenlimburg-Elsey hat 2014 mit Mitstreitern einen BVB Fanclub in Hohenlimburg gegründet.

Marcel Krüger aus Hohenlimburg-Elsey hat 2014 mit Mitstreitern einen BVB Fanclub in Hohenlimburg gegründet.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Kein Club aus der Bundesliga hat in Hohenlimburg so viele Fanclubs wie der BVB. Warum einer der ersten in einer Schalke-Kneipe gegründet wurde

An diesem Wochenende startet die erste Bundesliga in die neue Saison – akribisch verfolgt auch von vielen Fußballfans in Hohenlimburg. Während die Anhänger etwa von Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach dabei für den nächsten Fanclub bis nach Haspe oder Letmathe fahren müssen, haben BVB-Fans aus Hohenlimburg die Wahl zwischen mehrere Fanclubs direkt vor der Haustür. Ein Blick in die Fanszene an der Lenne.

Die Senioren

Mit einer Gründungsurkunde auf dem Bierdeckel fing es an: Am 17. Juni 1977 gründete BVB-Fan Klaus Söhnchen gemeinsam mit sieben Mitstreitern den „BVB Fanclub Hohenlimburg“. Wo entstand die Idee, einen Fanclub zu gründen?

„An der Theke in einer Schalke-Kneipe in Oege“, sagt Söhnchen und lacht. Gemeint ist die Gaststätte Grote, einst ein beliebter Treffpunkt der Oeger, so Söhnchen. „Der damalige Besitzer war Schalker – aber ein Oeger Junge.“ Fast 40 Mitglieder seien bei der ersten Versammlung vom „BVB-Fanclub Hohenlimburg“ gewesen. Für Söhnchen unvergessen sind bis heute die Auswärtsfahrten zu den Spielen des BVB in Hamburg: „Da wurden wir einmal im Hamburger Rathaus empfangen und danach mit Polizei-Eskorte Richtung Stadion gefahren“, sagt der 70-Jährige. Wie er das geschafft habe? „Der Hamburger Bürgermeister war Sozialdemokrat, genau wie ich. Da habe ich einen Brief an den Genossen geschrieben.“

Aus dem BVB-Fanclub Hohenlimburg ist mittlerweile der „Freundeskreis BVB Ü50“ geworden, mit etwa 12 Mitgliedern. Allgemein sei die BVB-Familie nicht mehr so „familiär“ wie früher, sagt er. „Das fing schon Ende der 1980er an“, so Söhnchen. „Die Zahl der Fans stieg immer weiter an – und das musste kanalisiert werden.“

Die junge Generation

Heute gebe es knapp 850 Fanclubs des BVB, sagt Sven Radtke. Der 39-Jährige ist Vorsitzender vom „BVB-Fanclub Hohenlimburger Jungs und Mädels“, gegründet 2003. „Der Umgang mit den Fanclubs ist professioneller geworden“, so Radtke. Also pure Massenabfertigung?

„Nein, definitiv nicht – man hat persönlichen Kontakt über Ansprechpartner und die Clubs werden gehört“, so Radtke. „Da fühlen wir uns schon sehr gut aufgehoben.“ Knapp 50 Mitglieder gehören zu den „Hohenlimburger Jungs und Mädels“. Die Mitglieder treffen sich hauptsächlich zu den Spielen des BVB. „Alles weitere tauschen wir über Whatsapp und Facebook aus. Reine Informationstreffen treten deshalb in den Hintergrund“, so Radtke. Eine klassische „Fankneipe“ habe der Club nicht. „Manchmal sind wir im Alt Reher Stübchen – aber hauptsächlich treffen wir uns privat, das ist gemütlicher.“ Einmal im Jahr gebe es zudem eine große Jahreshauptversammlung.

Der Neuling

Der „Neuling“ unter den hiesigen BVB-Fanclubs sind die „Schwarz-Gelben Hohenlimburger 09“. Vor fünf Jahren ist der Club entstanden, gewachsen aus einem Fanclub in Dortmund. „Wir waren dort rund 25 Hohenlimburger“, sagt Marcel Krüger, Vorsitzender des Fanclubs. „Da haben wir gedacht, warum machen wir nicht etwas Eigenes?“ Die Verbindung zur Heimat sei ihnen dabei wichtig gewesen – erkennbar auch an Schmied und Hohenlimburger Löwe auf dem Clublogo. Ihre Stammkneipe: Das „Limmeg“ auf dem Neuen Markt. „Wir sehen uns aber überwiegend am Stadion bei den Spielen – und kommen dabei auch ins Gespräch mit anderen Fanclubs.“ Aktuell haben die „Schwarz gelben Hohenlimburger“ 41 Mitglieder – darunter auch Fans aus Dortmund, die gar keine Hohenlimburger sind. „Die waren vorher auch in dem Dortmunder Fanclub“, sagt Krüger. „Und die sind dann mit uns gewechselt, weil wir einen guten Draht zueinander hatten – aber der Kern der Mitglieder ist hier in Hohenlimburg geboren.“

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