Verkehr

Falsch gemessen: Keine Bußgelder für Temposünder in Hagen

Die Tempo-Messung am Dienstagmorgen in Halden war so nicht rechtmäßig.

Die Tempo-Messung am Dienstagmorgen in Halden war so nicht rechtmäßig.

Foto: Volker Speckenwirth / WAZ FotoARCHIV

Hagen.  Eine Tempo-Messung an der Berchumer Straße war am Dienstagmorgen nicht rechtmäßig. Die Stadt Hagen verzichtet auf die entsprechenden Bußgelder.

Helle Aufregung am Dienstag im beschaulichen Halden: Da hatte am Rande der Berchumer Straße mal wieder ein Fahrzeug des Ordnungsamtes auf dem Bürgersteig Position bezogen, um Tempo-Sünder zur Kasse zu bitten. Allerdings galt an diesem Tag im unteren Bereich nicht etwa das gewohnte 30-km/h-Limit, sondern eine ganz andere Regelung: Eine Baufirma hatte das entsprechende Schild während der Arbeiten verschwinden lassen, so dass die arglosen Verkehrsteilnehmer die Gelegenheit nutzten, mal wieder mit Tempo 50 durch den Ortskern zu rollen.

Für die Stadt zunächst eine lukrative Chance: Die Messanlage lief prompt ordentlich heiß. Auch der Hinweis eines ertappten Sünders, dass hier zu Unrecht bei 30 km/h abkassiert werde, konnte den eifrigen Mitarbeiter des Ordnungsamtes kaum beeindrucken – stoisch lief seine Messstelle weiter.

Beschwerden im Rathaus

Erst eine Intervention im Rathaus brachte den gewünschten Erfolg: Die Temposünder des Dienstag Vormittags dürfen davon ausgehen, dass sie straffrei aus der Sache rauskommen. Allerdings wird die Baufirma im Gegenzug dazu aufgefordert, zügig wieder das Tempo-30-Schild anzubringen, um gar nicht erst die Lust auf flottes Fahren in Halden zu wecken.

Übrigens: Dass das Messfahrzeug entgegen der Fahrtrichtung komplett auf dem Bürgersteig parkte, ist rechtens. Hier gilt die alte Regel: Wenn es um das Befüllen der Stadtkasse geht, ist auch Abenteuerliches erlaubt . . .

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