Motorrad-Clubs

Freeway-Riders-Marsch in Hagen ein Zeichen für Bandidos

Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei spazieren am Montag etwa 200 Mitglieder der Freeway Riders in der Club-Montur von Kückelhausen in die Innenstadt. Es bleibt aber alles friedlich.

Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei spazieren am Montag etwa 200 Mitglieder der Freeway Riders in der Club-Montur von Kückelhausen in die Innenstadt. Es bleibt aber alles friedlich.

Foto: WP

Hagen.   Die Bandidos wollen offensichtlich in Hagen Fuß fassen. Das ist wohl der Hintergrund für den Marsch des angestammten Motorradclubs „Freeway Riders“.

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Der von einem Großaufgebot der Polizei begleitete „Spaziergang“ von etwa 200 Mitgliedern des Motorrad-Clubs Freeway Riders am Montag (WP berichtete) sorgt weiter für Diskussionen. Ein möglicher Hintergrund der Aktion: Der umstrittene Rocker-Club „Bandidos“ scheint sich in Hagen etablieren zu wollen. Offensichtlich wollten die seit mehr als vier Jahrzehnten in Hagen aktiven Freeway Riders ein Machtzeichen gegen diese Konkurrenz setzen.

Der Hintergrund: Die Bandidos gratulieren auf ihrer offiziellen Internetseite dem neuen „Prospect Chapter Hagen“. Prospects sind in der Bandidos-Welt Anwärter auf eine vollwertige Mitgliedschaft in dem Rockerclub, der in einer Reihe von Städten mit Kriminalität in Verbindung gebracht wird. Ein „Prospect Chapter“ besteht nur aus diesen Anwärtern. Und in Hagen gibt es solch ein Chapter nun seit dem 1.Oktober.

Nur zwei Tage später, am „Tag der Deutschen Einheit“, dann der Aufmarsch des angestammten Hagener Motorrad-Clubs, der Freeway Riders. Das Hagener Chapter selbst zählt nur etwa rund 50 Mitglieder, am Montag kamen aber noch viele Gäste aus den etwa 30 weiteren auf ganz Deutschland verteilten Abteilungen. Die Motorräder hatten sie am Vereinsheim in Kückelhausen stehen gelassen, waren dann zu Fuß teils über die Eugen-Richter-Straße und teils über die Lange Straße Richtung Innenstadt gegangen. „Um da einen Kaffee zu trinken“, wie Frank Fröhlich der WESTFALENPOST sagt. Er ist der deutschlandweite Sprecher der „Freeway Riders“, kommt aus dem Rheinland, war am Montag aber auch nach Hagen gereist.

Polizei: Keine Rocker-Krieg-Gefahr

Warum der Aufmarsch der Motorradclub-Mitglieder, den es so in jüngster Zeit in der Stadt nicht mehr gegeben hat? „Wir wollten einfach durch die Stadt gehen und zeigen, dass wir in Hagen ansässig sind. Hagen ist das Haupt-Chapter“, sagt Fröhlich. Das sei aber gar nicht speziell an die Bandidos gerichtet: „Das ist ein Zeichen an alle, dass Hagen unsere Hauptstadt ist.“ Allerdings sei man in friedlicher Absicht unterwegs, wie er betont: „Wir sind keine Gefahr für niemanden. Wir machen unser eigenes Ding.“ Man suche auch keine Konfrontation mit der Polizei, deshalb habe man die Kontrollen über sich ergehen lassen.

Die Polizei bestätigt, dass der gesamte Einsatz, zu dem auch aus anderen Städten mehr als 100 Beamte nach Hagen beordert worden waren, friedlich abgelaufen ist. „Es waren nach den Kontrollen auch keine weiteren polizeilichen Maßnahmen notwendig“, so Polizeisprecher Tino Schäfer. Ansonsten zeigt sich die Polizei eher zugeknöpft. Es bleibt bei der offiziellen Begründung, dass es „vage Hinweise auf eine mögliche Auseinandersetzung im Rocker-Milieu“ gegeben habe. Wegen der unklaren Lage habe man daher vorsichtshalber viele Kräfte nach Hagen beordert. Auch um sofort deutlich zu machen, dass man keine Straftaten dulden werde. Anzeichen für eine generelle Auseinandersetzung oder gar einen drohendende „Rocker-Krieg“ in Hagen gebe es aber nicht.

Die Bandidos selbst ließen eine Anfrage der WESTFALENPOST zu Größe, Sitz und Zukunftsplänen des neuen Hagener „Anwärter-Chapters“ unbeantwortet.

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