Umarex

Großer Waffen-Prozess: Bandido aus Hagen auf Anklagebank

Ein Bandidos-Mitglied aus Hagen – vertreten durch Anwalt Reinhard Peters (r.) – muss sich in dem Prozess verantworten.

Ein Bandidos-Mitglied aus Hagen – vertreten durch Anwalt Reinhard Peters (r.) – muss sich in dem Prozess verantworten.

Foto: Guido Kirchner / dpa

Hagen/Arnsberg.  Ein Ex-Mitarbeiter des Herstellers Umarex hat mit den Waffen gehandelt, die wohl auch im Hagener Rockerkrieg im Einsatz waren.

Drei Hagener sind Mit-Angeklagte bei dem großen Prozess um illegalen Waffenhandel, der am Donnerstag in Arnsberg gestartet ist. Und hier spielt auch der Hagener Rockerkrieg eine Rolle.

Ein Mitarbeiter des Neheimer Waffenherstellers Umarex soll Teile der Pistolen aus dem Werk geschmuggelt, zuhause zusammengebaut und dann über einen Mittelsmann weiterverkauft haben – unter anderem auch an die Hagener, die sich deshalb wegen Verstößen gegen das Waffengesetz vor Gericht verantworten müssen.

Alle drei sind – durch Zufall – 26 Jahre alt. Darüber hinaus scheinen sie nichts miteinander zu tun gehabt zu haben, die Verbindung kommt über den Mittelsmann aus Menden, der ihnen die Waffe verkauft haben soll. Da bei zwei von ihnen nicht nur Waffen, sondern auch Drogen gefunden wurden, droht ihnen eine härte Strafe, sie sitzen auch in Untersuchungshaft.

Illegale Waffen sollen auch im Rockerkrieg eingesetzt worden sein

Ein Hagener war bereits am 16. April von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen worden. Zwei Tage später klickten auch bei den beiden anderen die Handschellen. Einer von ihnen ist allerdings wieder auf freiem Fuß. Bei ihm handelt es sich um ein Mitglied der Bandidos, die sich in Hagen im vergangenen Jahr einen teils blutigen Machtkampf mit den verfeindeten Freeway Riders geliefert hatten.

Bei den versuchten Tötungsdelikten sollen auch Waffen aus diesem illegalen Handel eingesetzt worden sein. Am ersten Prozesstag wurde nur die Anklage verlesen, die Angeklagten selbst haben sich noch nicht eingelassen. Erst am Freitag, 25. Oktober, geht es weiter.

Rechtswahl Reinhard Peters, der den Hagener Bandido vertritt, rechnet für seinen Mandanten mit einem schnellen Verfahren. Er sei generell geständig, es gehe aber noch um die Anzahl der Waffen, die er angeblich gekauft haben soll: „Es wurden auch schon Waffen zurückgegeben.“

In den bisherigen Verfahren im Hagener Rockerkrieg – ein Bandidos-Mitglied ist bereits verurteilt worden, derzeit läuft ein weiterer Prozess wegen versuchten Mordes gegen ein Freeway-Riders-Mitglied – war schon die Rede davon gewesen, dass illegale Waffen aus dem Sauerland beschafft worden waren. Offensichtlich aber nicht nur von Seiten der Bandidos, sondern auch von den Freeway Riders.

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