Gastronomie

Hagen: Neuer Gastrobetrieb „Weber’s Diner“ kommt gut an

Hat im Industriegebiet Lennetal gut Fuß gefasst: Kerstin Weber (Mitte), Betreiberin des  „Weber’s Diner“. Unterstützt wird die 50-Jährige von ihrer Angestellten Jessica Dahlhaus (links) und Azubi Nele Bertram.

Hat im Industriegebiet Lennetal gut Fuß gefasst: Kerstin Weber (Mitte), Betreiberin des „Weber’s Diner“. Unterstützt wird die 50-Jährige von ihrer Angestellten Jessica Dahlhaus (links) und Azubi Nele Bertram.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Lennetal.  Kerstin Weber hat „Weber’s Diner“ eröffnet. „Ich fühle mich im Industriegebiet sauwohl“, sagt die Frau, die ihre Kunden zu nehmen weiß.

„Ich arbeite 12, 13 Stunden am Tag. Aber die Jungs sollen ja auch pünktlich ihren Kaffee bekommen. Außerdem – ich fühl mich hier im Industriegebiet sauwohl.“ Kerstin Weber hat alles im Blick. Theke, Gastraum, Terrasse. Um 11 Uhr ist noch Ruhe vor dem Sturm, ab 11. 45 Uhr wird’s trublig.

Anstrengende Anfangswoche

Kerstin Weber hat sich einen Traum erfüllt und vor kurzem im Lennetal einen Diner – „Weber’s Diner“ – eröffnet. „Natürlich waren die ersten Wochen anstrengend, alles muss sich einspielen. Aber ich hab’ vom ersten Tag an gespürt, dass das Konzept zieht.“

Unter Diner (früher wurden ausschließlich amerikanische Restaurants so bezeichnet, mittlerweile wird der Begriff aber auch für Gastrobetriebe in Deutschland verwendet) versteht man ein einfach gehaltenes Restaurant, das sich meist außerhalb einer geschlossenen Ortschaft an einer Fernstraße befindet. Ein Diner wird durch eine große Bedienungstheke dominiert, an den meist hohen Tischen nehmen die Kunden Platz.

Kerstin Weber betreibt ihren Diner an der Rohrstraße 9, direkt an der Tucht-Tankstelle im Industriegebiet. „Früher war hier das Rasthaus Lennetal beheimatet. Die Eigentümer des Gebäudekomplexes – die Familie Tucht – hat Ende des Jahres damit begonnnen, den Anbau komplett zu sanieren und die Terrasse zu erneuert“, sagt Kerstin Weber als Betreiberin des Diners (Pächter ist ihr Mann).

Mit einem breiten (oder ist es ein hungriges?) Grinsen betritt Michael Kempe den Gastraum. „Tag zusammen. Einmal bitte die Nudelpfanne mit Hähnchen und eine Flasche Cola.“

Einfach mal abschalten

Kempe plaudert vertraut mit Chefin Kerstin Weber und ihrer Angestellten Marianna Böhm. „Ich bin fast jeden Tag hier, oft schon morgens zum Frühstück und später dann zum Mittagessen, schließlich muss ich ja mal abschalten“, sagt Kempe. Damit spielt der Lkw-Fahrer auf seine Tätigkeit hinterm Steuer an. „Ich bin seit fünf Jahren hier auf der Baustelle an der Lennetalbrücke zugange. Schön, dass Kerstin hier vor kurzem aufgemacht hat“, sagt der hungrige Arbeiter.

Und dann fachsimpeln Kerstin Weber, die in Schwerte geboren wurde, seit Kindertagen aber in Garenfeld lebt, und Michael Kempe, der in Westhofen wohnt, über das Leben abseits der Großstadt. Und natürlich übers Essen. „Schade, dass es heute keinen Gulasch gibt. Den ess’ ich hier am liebsten“, sagt Kempe gespielt ärgerlich. „Den gab’s Anfang der Woche. Aber da haben wir dich hier vermisst“, antwortet Kerstin Weber forsch. Und lacht: „In ein paar Tagen bekommst du bei mir auch wieder deinen geliebten Gulasch.“

Wechselnder Mittagstisch

Das wechselnde Mittagstischangebot – Wirsingrouladen, Spießbraten und etliches mehr – laufe gut, sagt die Chefin. „Ich achte auf den Preis, er liegt immer zwischen 4,50 und 6. 50 Euro. Und die Portionen sind ordentlich, schließlich wollen die Jungs satt werden.“

Apropos Jungs: Der Großteil der Kunden ist männlich? „Jein“, sagt Kerstin Weber, natürlich kämen, da sich ihr Diner im Industriegebiet befände, viele Trucker und DPD-Fahrer, aber auch etliche Büroangestellte von zum Beispiel Hofnagel und Bade, Westfalia, Autohaus Pfeffer und Fries Reisen. „Mein vegetarischer Nudelsalat kommt bei den Damen gut an. Und Hähnchenbrust“, schmunzelt Kerstin Weber.

Morgens um vier Uhr schließt sie ihren Diner auf. „Brötchen backen und belegen, Brezeln und Croissants bereitstellen, Frikadellen, Schnitzel und Leberkäs braten – die Zeit vergeht im Nu.“ Um fünf Uhr kommt die erste Aushilfe, um Viertel nach fünf stehen die ersten Kunden, die von der Nachtschicht kommen, vor der Tür. Offiziell öffnet der Diner erst um 6 Uhr, „aber ich lass’ die Männer ja nicht draußen stehen“, sagt Kerstin Weber.

Ob es bei ihr einen Renner, eine Standard-Bestellung gibt? „Ja klar – einen Pott Kaffee und zwei Mettebrötchen“, lacht die 50-Jährige, die bis vor kurzem einen Imbiss in Hagen betrieben hat. Neue Kunden treten mit großem Hallo ein, geben ihre Bestellung auf, beginnen zu essen und plaudern mit Kerstin Weber. Über Gott und die Welt, über Fußball, Autos, Urlaub und Stress zu Hause. Auch das macht „Weber’s Diner“ aus.

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