Umwelt

Hagen: Sie stellen Kosmetik ohne Mikroplastik her

 Kosmetik ohne Mikroplastik(v.l).: Ursula, Shristina, Anke und Hiltrud stellen Körpermilch her.

Kosmetik ohne Mikroplastik(v.l).: Ursula, Shristina, Anke und Hiltrud stellen Körpermilch her.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Plastikmüll vermeiden fängt im Kleinen an: Bei der Verbraucherzentrale in Hagen kann man lernen, wie man Kosmetik ohne Mikroplastik herstellt.

Die Shampooflasche, die im Regal in der Dusche steht, das Deodorant im Badezimmerschrank oder die Körperlotion auf dem Nachttisch. Sie alle könnten früher oder später in den Ozeanen in gewaltigen Inseln aus Plastikmüll enden und zur Umweltbelastung werden. Doch das muss nicht sein, denn Körperpflege selbst herzustellen ist nicht schwer.

Wie es genau geht und welche Vorteile es bietet, zeigte Ingrid Klatte von der Verbraucherzentrale Hagen jetzt während eines Workshops im Allerwelthaus im Rahmen der Bemühungen rund um das Thema „Fair-Trade-Town Hagen“.

Die eigene Kosmetik herstellen

Ein kurzer Blick in die Volme beweise, dass die Problematik allgegenwärtig sei . Um einen kleinen Beitrag zur Müllvermeidung zu leisten, schade es deshalb nicht, seine Körperpflege einfach selbst herzustellen.

Während des Workshops lernten die Teilnehmer jeder Altersgruppe aus nur wenigen Zutaten Produkte aus dem Laden selbst herzustellen. Während sich die Zutaten im Wasserbad vermischten, erzählte Anke Lambert von ihren Erfahrungen: „Ich stelle schon lange meine eigene Deocreme her. Auch an Shampoo, Hand- und Fußcreme und sogar Spülmittel habe ich mich schon versucht. Die Vorteile davon sind, dass ich weiß, was drin ist, ich meine eigenen Gefäße verwenden kann und es auf Dauer auch günstiger ist.“

Die Anleitungen und Informationen hierzu finde sie meist im Internet. Dass umweltbewusst zu leben aber nicht immer leicht ist, findet Christina Klein. „Gerade beim Einkaufen gebe ich mir Mühe, möglichst auf Plastik zu verzichten, aber oft bieten Supermärkte nur schon verpackte Lebensmittel an. Da ist es als Verbraucher in einer Stadt ohne verpackungsfreien Laden natürlich schwierig, sich dem zu entziehen.“ Der Workshop allerdings habe ihr gut gefallen: „Ich habe einiges gelernt und werde in Zukunft mehr auf die Inhaltsstoffe der Produkte, die ich kaufe, achten.“

Einwegverpackungen sind ein großes Problem

„Ein großes Problem, mit dem wir uns als Verbraucher befassen müssen, sind die Einwegverpackungen der Produkte, die wir tagtäglich nutzen. Durch sie gelangt das meiste Mikroplastik in unsere Umwelt. Mikroplastik sind winzige Plastikteilchen, die mit dem bloßen Auge oft nur schwer zu erkennen sind und in unserer Luft und in unserem Wasser zu finden sind“, erklärte Ingrid Klatte, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale, und reichte einige herkömmliche Körperpflegeprodukte herum. „In den Produkten selbst findet sich Mikroplastik meist in Peelings oder in Zahnpasta, aber auch Gels beinhalten Kunststoffe als Bindemittel.“

Zu dem vielen Müll, der durch den Kauf von Körperpflegeprodukten anfalle, kämen außerdem noch die oftmals undurchsichtigen und unverständlichen Angaben zu den Inhaltsstoffen hinzu. „Wenn wir Kosmetik und Körperpflege selbst herstellen, brauchen wir uns keine Sorgen um Konservierungs-, Farb- oder künstliche Duftstoffe machen. Das ist vor allem auch für Allergiker ein großer Vorteil“, wusste Ingrid Klatte während einer kurzen Einführung zu Beginn des Workshops zu berichten. Und die Verpackung spare man sich auch noch.

Im Schnitt 37 Kilogramm Plastik pro Person und Jahr

Inwiefern Verpackungen ein großes Problem sind und wie dieses Problem überhaupt erst entstanden ist, machte Ingrid Klatte deutlich: „Deutschland ist Europameister, was das Wegwerfen von Plastikmüll angeht; im Schnitt verbraucht ein Mensch hier 37 Kilogramm Plastik pro Jahr. Das liegt unter anderem daran, dass sich unsere Lebensweise in den letzten 50 Jahren stark verändert hat. Heute werden deutlich mehr Fertiggerichte gekauft, kaum einer kann noch alles im eigenen Garten anbauen.“ Auch die „To-go-Mentalität“ habe deutlich zugenommen – man hole sich unterwegs etwas zu essen, nutze die Verpackung wenige Minuten und schmeiße sie danach einfach weg.

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