Stadtentwicklung

Hagen: Zweite Eventhalle als Impuls fürs Schlachthofquartier

Das Schlachthof-Gelände hinter den Wehringhauser Bahngleisen möchte der Eventhallen-Investor zumindest vorläufig als Parkfläche nutzen.

Das Schlachthof-Gelände hinter den Wehringhauser Bahngleisen möchte der Eventhallen-Investor zumindest vorläufig als Parkfläche nutzen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Wehringhausen.  Der Eventhallen-Betreiber an der Rehstraße möchte eine neue Veranstaltungsstätte errichten. Parkraum soll auf dem Schlachthofgelände entstehen.

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Die Idee eines Investors, an der Rehstraße eine weitere, deutlich größere Eventhalle entstehen zu lassen, beflügelt die eingeschlafenen politischen Diskussionen rund um das Wehringhauser Schlachthofgelände. Während die federführende Event Hagen GmbH die verfallenden Gebäude der Fleischverarbeiter zum Teil abreißen möchte, um dort Parkplätze entstehen zu lassen, bevorzugt die Stadt Hagen im Geiste des Projektes Soziale Stadt Wehringhausen dort die Vision, ein Kreativquartier zu entwickeln.

Barrierefreie 2300 Quadratmeter

„Unsere Auslastungszahlen sind seit der Eröffnung vor drei Jahren so gut, dass wir unser Engagement an diesem Standort deutlich ausweiten möchten“, erzählt Vural Delibasi, Geschäftsführer der Event Hagen GmbH. „Unsere Räumlichkeiten bieten Platz für Veranstaltungen bis zu 500 Personen“, berichtet der Unternehmer von Firmen Events, Modenschauen, Clubveranstaltungen, Familienfeiern und Hochzeiten. Um den Standort wirtschaftlich weiterentwickeln zu können, soll nun auf der Parkfläche direkt neben der bereits bestehenden Halle, die einst als Sozialgebäude und Mitarbeiterkantine der Enervie diente, eine zweite barrierefreie Eventhalle auf einer Fläche von 2300 Quadratmetern entstehen. Dazu würden weitere 400 Parkplätze erforderlich, die nach der bisherigen Planung vorzugsweise auf dem Schlachthofareal entwickelt werden sollen.

Dazu hat Delibasi bereits Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern geführt, deren Flächen alle in privater Hand liegen. Unter anderem planen die Investoren die maroden Gebäude der abgebrannten Dönerproduktion und einer Autowerkstatt sowie den kaum mehr sanierbaren Bau der einstigen Schlachthof-Verwaltung zugunsten von Parkflächen abzureißen.

Für Kreativwirtschaft reserviert

Doch die Planungsverwaltung der Stadt Hagen, die mit dem Wehringhauser Quartiersmanagement auf die Idee einer Gewerbe- und Kreativwirtschaft-Entwicklung setzt, zeigt sich bislang zurückhaltend. „Sowohl Einrichtungen als auch Vereine vor Ort sowie sowie zahlreiche Einzelakteure in den Bereichen Kunst und Kreativwirtschaft sind bedeutend für das Stadtteilleben und geben Wehringhausen eine Identität die imageprägend nach innen und außen wirkt“, formuliert das Quartiersmanagement in einer Stellungnahme. „Für uns stellt die Eventhallen-Idee keinen wesentlichen Gewinn für den Stadtteil dar, da die Nutzung des Objektes keinen lokalen Bedarf bedient und auch keine Impulse in das Quartier hinein bewirkt.“

„Wir lehnen die Halle nicht grundsätzlich ab“, meint derweil Stadtbaurat Henning Keune. „Auch der Wunsch, Gebäude abzureißen ist grundsätzlich nachvollziehbar. Allerdings halten wir dies für konzeptionell zu kurz gesprungen.“ Umfassendes ebenerdiges Parken in diesem Umfang sei nicht mehr zeitgemäß. „Hier müsste mit einem Parkdeck gearbeitet werden“, empfiehlt der Stadtbaurat und erhält die Rückendeckung aus der Politik. Außerdem legt die Kommune großen Wert darauf, dass zwischen der Minerva- und der Rehstraße eine Verkehrsverbindung zumindest für Fußgänger und Radfahrer entwickelt wird und auf dem versiegelten Areal Grünflächen geschaffen werden, die das Stadtklima verbessern.

Architekt setzt auf Erneuerung

Anforderungen und Erwartungen die Markus Meier, federführender Architekt der Event Hagen GmbH, durchaus für erfüllbar hält: „Bei allem Verständnis dafür, dass die Stadt am Schlachthof die Planungshoheit zurückgewinnen will – dafür braucht es viel Planungsvorlauf und vor allem auch viel Geld.“ Daher sei es in den Augen der Investoren die realistischere Lösung, zunächst einmal den Abriss der Schlachthof-Ruinen zu tätigen und die Freiflächen als Parkraum zu nutzen. Wenn es wirtschaftlich darstellbar sei, sei ein Parkhaus wie am Westfalenbad in einem zweiten Schritt immer noch vorstellbar. „Alles was Angsträume beseitigt, Trading-down-Prozesse stoppt und den Standort aus seiner misslichen Lage befreit, kann nur gut sein“, wirbt Meier dafür, auch die Chancen eines Kreativquartiers Schlachthof in direkter Nachbarschaft zu einer modernen Event-Halle zu sehen.

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