Bildung

Hagener Abiturienten bereiten sich in Kamen auf Prüfung vor

Das Westfalenbad wird nicht für die THG-Abiturienten geöffnet.

Das Westfalenbad wird nicht für die THG-Abiturienten geöffnet.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Die Schüler aus Hagen, die eine Abi-Schwimmprüfung absolvieren müssen, bereiten sich in Kamen vor. Das Westfalenbad wird nicht für sie geöffnet.

Die beiden Abiturienten des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG), die Schwimmen im Leistungskurs Sport als Prüfungsdisziplin belegt haben, werden sich in einem Schwimmbad in Kamen auf ihre Prüfung vorbereiten. Auf diesen Kompromiss verständigten sich die jungen Leute mit der Stadt Hagen, die ihnen die Fahrtkosten nach Kamen ersetzt.

Alternativ besteht für den Schüler und die Schülerin auch die Möglichkeit, im Freibad Hestert zu trainieren. Dort würde dann eine Bahn für sie reserviert. Die Abiturprüfung werde voraussichtlich Mitte Juni abgenommen, so THG-Leiter Hermann Kruse, der sich über die gefundene Lösung freute: „Wenn die Abiturienten und ihre Eltern zufrieden sind, bin ich es natürlich auch.“

Auf die anderen Fächer haben sich die Schüler – wie alle THG-Abiturienten – vor allem mit Hilfe der digitalen Lernplattform „itslearning“ vorbereitet. „Die Schulschließung am 16. März hat uns wie ein Schock getroffen“, berichtet Kruse: „Wir haben uns gefragt, wie wir Schüler unterrichten sollen, die gar nicht da sind?“ Zum Glück sei ein Großteil des Kollegiums im Umgang mit digitalen Medien im Unterricht gewöhnt, der unkomplizierte Einsatz von Tablets in Verbindung mit Beamern zur Visualisierung in weiten Teilen Alltag: „Auch die Oberstufenschüler arbeiten seit Jahren jeden Tag mit ihren Tablets“, so Kruse.

Lernplattform für alle Schüler

Der Tipp für „itslearning“ kam vom Christian-Rohlfs-Gymnasium (CRG), wo die Plattform ebenfalls eingesetzt wird. Dies sei ein Beispiel für die positive Zusammenarbeit vieler Schulen in Hagen, was leider bei anderen Themen nicht immer so gut funktionierte, so Kruse.

Zunächst arbeiteten nur die Oberstufenschüler des THG mit „itslearning“, seit Januar jedoch alle 730 Schüler des Gymnasiums. „Das erwies sich hinsichtlich der Schulschließung im März als Glücksfall“, berichtet Projektleiter Dr. Holger Thurn. Die Lernplattform ermögliche einen strukturierten Austausch, denn Lehrer könnten Material und Aufgaben einstellen und Schüler ihre Arbeitsergebnisse an der Aufgabe hochladen. Victoria Busch, Schülerin der Klasse 6a, meint dazu: „Mit der Lernplattform läuft der Distanzunterricht meiner Meinung nach super. Wir haken unsere Aufgaben ab oder laden sie hoch. Außerdem können wir unsere Lehrer oder Mitschüler fragen, wenn wir es nicht verstanden haben.“ Das mache das Leben für alle wesentlich einfacher im Vergleich zum Versenden hunderter einzelner E-Mails.

Unterricht an jedem dritten Tag

Q2-Schülerin Mailin Mathies findet „itslearning“ in der Abiturvorbereitung sehr hilfreich: „Weil man auf vieles aus dem Unterricht schnell nochmal zugreifen kann.“ Weit mehr als 90 Prozent der Schüler und auch der Lehrkräfte haben die Plattform in einer Umfrage, an der sich 500 Schüler beteiligten, vorteilhaft bewertet. Ihr gemeinsames Ziel: die aktuelle Krise zu bewältigen.

Ab kommenden Dienstag dürfen auch die Fünft- bis Neuntklässler, die seit März ausschließlich Distanzunterricht hatten, wieder zur Schule kommen. Jede Klasse wird in drei Gruppen aufgeteilt, was zur Folge hat, dass bis zu den Sommerferien jeder Schüler an jedem dritten Tag zum Unterricht erscheinen kann. Die Mensa bleibt allerdings geschlossen, auch alle weiteren Ganztagsangebote finden vorerst nicht statt.

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