Auto-Wirtschaft

Hagener Mercedes-Händler Jürgens übernimmt Bald in Siegen

Das Autohaus Jürgens an der Berliner Straße: Es soll ebenso erhalten werden wie alle weiteren Standorte, die die Unternehmen Bald und Jürgens derzeit betreiben.

Das Autohaus Jürgens an der Berliner Straße: Es soll ebenso erhalten werden wie alle weiteren Standorte, die die Unternehmen Bald und Jürgens derzeit betreiben.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen/Siegen.   Das Hagener Autohaus Jürgens übernimmt das Siegener Autohaus Bald mit seinen acht Standorten. Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Mercedes Jürgens wächst: Das Hagener Autohaus übernimmt ab März alle Anteile an der Siegener Mercedes Bald AG. Damit wird die neue Unternehmensgruppe künftig 1100 Mitarbeiter haben. Sie rechnet mit einem Jahresumsatz von etwa 500 Millionen Euro und will pro Jahr 12 000 neue und gebrauchte Pkw und Nutzfahrzeuge verkaufen.

Frank Döhring wird der führende Kopf der Unternehmensgruppe werden: Er ist jetzt schon Geschäftsführer der Jürgens-Gruppe, wird in den Vorstand der Bald AG eintreten und dort auch als Sprecher fungieren. Im Gespräch mit der WESTFALENPOST sichert er zu, dass das Zusammengehen der beiden Mercedes-Traditionshäuser (Jürgens feiert nächstes Jahr 100-jähriges Firmenjubiläum, die Wurzeln des Autohauses Bald reichen bis 1862) keine Arbeitsplätze kosten soll. „Der Fachkräftemangel in unserer Branche ist groß. Ich bin froh über jeden guten Mitarbeiter, den ich habe.“ Ebenso sollen alle der insgesamt 14 Standorte der neuen Unternehmensgruppe in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz (siehe Infobox) erhalten bleiben. Überschneidungen des Geschäftsgebietes gibt es bislang nicht.

Wechselvolle Geschichte

Die Siegener Bald AG, die lange im Besitz der gleichnamigen Familie war, hat in den letzten zehn Jahren eine durchaus wechselvolle Geschichte hinter sich gebracht: Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten hatte im Jahr 2011 die niedersächsische Schulz AG das Unternehmen übernommen.

Als diese 2013 selbst Insolvenz anmelden musste, übernahmen Harald Gayk und Mentor Hajdari als Gesellschafter und Vorstände die Bald AG. Sie bleiben nun auch nach der Übernahme der Anteile durch die Jürgens GmbH Vorstandsmitglieder und sollen – mit Frank Döring als Vorstandssprecher – die Bald AG operativ führen. Beiden sei es in den vergangenen Jahre gelungen, das Siegener Unternehmen nach einer Neustrukturierung wieder erfolgreich aufzustellen. „Die Bald AG ist in einer wirtschaftlich guten Situation“, so Frank Döhring.

Digitalisierung vorantreiben

Warum dann aber die Übernahme? Schließlich wird es auch keine Synergieeffekte durch weniger Personalkosten oder eine Standortreduzierung geben. „Synergien kann man auch an anderen Stellen bergen“, so Döhring. Zum einen könne man von den Stärken des jeweils anderen lernen und Prozesse optimieren. Zum anderen stünden im Bereich der von der Daimler AG geförderten Digitalisierung des Automobilhandels Herausforderungen an, die gemeinsam besser bewältigt werden könnten. Zudem sei es auch für künftige Investitionen besser, wenn man diese gleich für mehrere Autohäuser tätigen könne.

Die Jürgens GmbH, die sich mit den Inhabern Jürgen Jürgens und Claudia Fular-Jürgens weiter in Familienbesitz befindet, ist schon jetzt gemessen an Umsatz und Mitarbeitern etwas größer als die Bald AG: Sie hat rund 600 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 300 Millionen Euro aufzuweisen.

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