Nach 14 Jahren

Hohenlimburg: Bauverein verabschiedet Vorstandsmitglied

Abschied einer verdienten Mitarbeiterin: Marion Golling, Geschäftsführerin des Hohenlimburger Bauvereins, flankiert von Aufsichtsrat Paul Krampe (links) und dem Vorstandsvorsitzenden des Bauvereins, Ulrich Schulze-Witteborg.

Abschied einer verdienten Mitarbeiterin: Marion Golling, Geschäftsführerin des Hohenlimburger Bauvereins, flankiert von Aufsichtsrat Paul Krampe (links) und dem Vorstandsvorsitzenden des Bauvereins, Ulrich Schulze-Witteborg.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Nach 14 Jahren im Vorstand verlässt Marion Golling den Bauverein Hohenlimburg. Sie kam in schweren Zeiten und brachte das Unternehmen auf Kurs

Schon kurz nach Amtsantritt beim Bauverein wusste sie, dass dies eine Mammutaufgabe wird. Vor 14 Jahren übernahm Marion Golling die Geschäftsführung beim Hohenlimburger Bauverein. Die damals 37 Jahre junge Immobilien-Fachwirtin arbeitete zuvor bei einem großen Wohnungsunternehmen in Bochum, einer „gesunden Genossenschaft“, wie sie sagt. „Ich dachte, das geht hier in Hohenlimburg so weiter. Aber dem war nicht so.“ Denn Golling übernahm den Posten in einer Zeit, als der Bauverein am Abgrund stand. Damals „Flaggschiff der heimischen Wirtschaft“, so schrieb zumindest diese Zeitung im Jahr 2005.

Schweres Fahrwasser

Aber ein Flaggschiff, das in schwerem Fahrwasser segelte. Der Leerstand der Wohnungen lag mit 13 Prozent hoch, unrentable Immobilien und teure Prestigeobjekte drückten auf die Bilanz. „Dazu kam, dass der Aufsichtsrat zerstritten war“, erinnert sich Golling zurück. „Und das negative Image: In Wohnungen des Bauvereins, da brauchst du gar nicht hinzugehen.“

Warum in dieser Situation nicht das Ruder direkt wieder abgeben? „Wegen der fantastischen Mitarbeiter“, sagt Golling. „Die waren es wert“. So kam unter Golling langsam eine neue Kultur der Offenheit und Transparenz in die Führungsspitze des Bauvereins. Probleme wurden offen und ehrlich angesprochen, gemeinsam in einem leistungswilligen und engagiertem Team zogen alle wieder an einem Strang.

Gesundes schrumpfen

Und das „Flaggschiff“, um im Bild zu bleiben, warf sehr viel Ballast ab, um im schweren Fahrwasser wieder beweglich zu werden. Die Leerstände wurden reduziert, unrentable Immobilien veräußert und teure Prestigeobjekte verkauft. „Erlöse aus den Verkäufen wurden für die Sanierung des Kernbestands verwendet – und machten die Wohnungen des Bauvereins wieder zukunftsfähig. Wir haben uns gesund geschrumpft“, blickt Golling zurück. „Da wir sehr offen mit der Situation umgegangen sind, haben uns auch die regionalen Banken sehr unterstützt.“

Ein intensiver Prozess, der den Mitarbeitern des Hohenlimburger Bauvereins viel abverlangt und insgesamt rund zehn Jahre gedauert hat. Aber den Erfolg zurückbrachte.

„Heute steht die Gesellschaft gut da. Wir verdienen wieder Geld und die Sanierungen schreiten voran“, so Paul Krampe, Vorsitzender des Aufsichtsrates. Auch einen Neubau kann sich die Genossenschaft nach 20 Jahren Pause wieder leisten: Ein Wohnkomplex in der Brauhausstraße. Hier zogen im Spätherbst die ersten Mieter ein.

Kurzum: Das Flaggschiff ist wieder auf Kurs. Und die Führungsspitze weiß, dass Marion Golling erheblichen Anteil daran hat. „Einer musste das Ruder rumreißen – und sie hat es gemacht“, sagt Krampe. „Der Bauverein ist ihr zu großem Dank verpflichtet“, ergänzt Ulrich Schulze-Witteborg, Vorstandsvorsitzender.

Abschied aus Vorstand

Ende November hat Marion Golling ihren Sitz im Vorstand abgegeben und den Bauverein verlassen. Zuletzt hatte ihre Gesundheit erheblich gelitten. „Es ist kein normaler Ruhestand, ich habe mir das nicht ausgesucht“, so Golling, die nicht näher ins Detail gehen möchte. „Aber es ist gut, wie es ist. Und ich bin froh, die Aufgaben in gute Hände legen zu können.“

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