Gefahrenstelle

Hohenlimburg: Bundespolizei nimmt Bahnübergang in den Blick

Gefahrenstelle: Der Bahnübergang an der Oeger Straße in Hohenlimburg

Gefahrenstelle: Der Bahnübergang an der Oeger Straße in Hohenlimburg

Foto: Marcel Krombusch

Hohenlimburg.  Nach mehreren Vorfällen zeigt die Bundespolizei verstärkt Präsenz am Bahnübergang Oeger Straße und dem Bahnhof Hohenlimburg – zwecks Aufklärung

Gleich mehrere Fälle führten die Polizei am Wochenende an die Bahngleise in Hohenlimburg: Erst fuhr am Freitag gegen 16.30 Uhr ein BMW-Fahrer trotz rotem Haltesignal an der geschlossenen Bahnschranke in Oege vorbei – glücklicherweise noch ohne Zug in der Nähe. Dann ermahnte die Bundespolizei am Samstag gleich mehrere Personen, die unerlaubt über die Gleise am Bahnhof liefen. Darunter fünf Schüler, die schnellstmöglich zum Busbahnhof gelangen wollten.

Unter Beobachtung

Nur ein paar Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die im Ernstfall zu schweren Unfällen führen könnten. Nicht zuletzt deshalb ist die zuständige Bundespolizei derzeit vermehrt am Bahnübergang an der Oeger Straße und dem Bahnhof unterwegs, um Passanten über die Gefahren von leichtsinnigen Gleisüberqueren zu informieren.

„Wir setzen dort im Moment einen Schwerpunkt und schicken unregelmäßig Kräfte an die Gleisanlage“, sagt Volker Stall, Bundespolizeiinspektion Dortmund, die nahezu das gesamte Ruhrgebiet überwacht. „Wir versuchen Gespräche zu führen und die Leute zu sensibilisieren.“

Erfahrungen aus der täglichen Arbeit zeigten, dass diese Aufklärung nötig sei – in allen Altersschichten. „Gerade ältere Menschen denken häufig, sie kennen die Fahrpläne und wissen, wo und auf welchen Gleisen die Züge fahren“, so Stall. „Aber es gibt genug Strecken, Hohenlimburg ist da ein Beispiel, auf denen regelmäßig Güterverkehr läuft – und diese Züge stehen nicht auf dem Fahrplan.“

Bei Jüngeren sei es dagegen oft der Wunsch, eine Strecke abzukürzen – wie etwa zwischen Bahnsteig und Busbahnhof in Hohenlimburg.

Hohenlimburger begrüßen Aktion

Viele Hohenlimburger begrüßen die aktuelle Aktion der Bundespolizei und wünschen sich auch weiterhin erhöhte Präsenz der Einsatzkräfte. „Diese Aktion finde ich super. Es ist nur traurig, dass sich Menschen, egal was für ein Alter, gar keine Gedanken darüber machen“, kommentiert Jutta Wüstewald die Aktion der Polizei auf Facebook.

„Total sinnfrei. Wer nicht von alleine drauf kommt, dass es gefährlich ist, ist, meiner Meinung nach, auch nach Belehrung nicht schlauer“, findet dagegen Tanja Schulze.

Karin Reith wohnt an der Oeger Straße und hat das fahrlässige Verhalten derweil schon selbst beobachtet, schreibt sie auf Facebook. “Es wurden Kinder im Auto an der Schranke eingeladen und die Ampel war rot und die Schranke ging schon runter. Der Typ fuhr aus der Einfahrt und gab Gas.“ Auch für Michael Mellinghaus sind solche Schilderungen nicht neu. „Letzte Woche nach der Arbeit habe ich einen gesehen, der um 6 Uhr morgens an den Gleisen entlang Richtung Stadt geht.“ Als Abschreckung fordert er höhere Bußgelder.

25 Euro kostet es, wenn man sich unerlaubt im Gleisbett aufhält. Zu wenig, findet auch Volker Stall von der Bundespolizei:

„Wir wünschten uns manchmal schon, dass das Bußgeld hier höher läge.“ Ein Blick auf den aktuellen Bußgeld-Katalog zeigt aber auch: Besonders das Fehlverhalten an Bahnübergangen wird schnell teuer. 700 Euro Bußgeld etwa, wenn man mit dem Pkw bei geschlossener Schranke den Bahnübergang kreuzt – plus drei Monate Fahrverbot.

Fußgänger und Fahrradfahrer bezahlen für unerlaubtes Überqueren 300 Euro.

Keine Statistiken

Wahr ist trotz Gefahren aber auch: Die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen in den vergangenen Jahren rückläufig. Laut Statistik der deutschen Bahn gab es hier im Jahr 2017 bundesweit 157 Unfälle. Die meisten davon (43 Unfälle) allerdings in Nordrhein-Westfalen. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 225. Gesammelte Statistiken zu Vorfällen an den Bahnüberquerungen in Hohenlimburg erstellen weder Bundespolizei noch Polizei Hagen.

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