Kultur

Hohenlimburg: Corona und Brexit verhindern Keltic-Festival

Bilder vom letzten Keltic Festival 2019 am Werkhof Hohenlimburg mit den "Sauerland Pipes and Drums" aus Iserlohn. Bands von den britischen Inseln zu bekommen wird dagegen immer schwieriger.

Bilder vom letzten Keltic Festival 2019 am Werkhof Hohenlimburg mit den "Sauerland Pipes and Drums" aus Iserlohn. Bands von den britischen Inseln zu bekommen wird dagegen immer schwieriger.

Foto: Frauke Höller

Hohenlimburg  Das Keltic-Musik-Festival in Hohenlimburg fällt auch dieses Jahr aus. Grund ist nicht nur die Pandemie, sondern auch der "Brexit".

Dieses Jahr wird es wieder kein Keltic-Music-Festival in Hohenlimburg geben. Wie schon 2020 macht die Corona-Pandemie erneut jeglicher Planung einen Strich durch die Rechnung. Es fehle weiter die Sicherheit, um Bands von den britischen Inseln nach Deutschland zu holen, sagt Organisator Rick Field. „Ich würde gerne ein Festival machen. Aber wie viele Kneipen und Kulturzentren werden die Pandemie überleben? Wer gibt die Garantien? Das steht in den Sternen.“ Und selbst wenn die Zahl der Corona-Infektionen im Jahresverlauf sinke: Wenn überhaupt sind für Field derzeit vor Ort nur wenige Auftritte von Bands aus Schottland und Irland denkbar.

"Brexit" erschwert die Organisation

Denn der vollzogene „Brexit“ sorge für neue bürokratische Hürden. Da Großbritannien nicht mehr zur Europäischen Union gehört, benötigen Briten, Schotten und Iren vor der Einreise nach Deutschland ein Arbeitsvisum, wenn sie sich länger als 90 Tage im Land aufhalten wollen. Zwar gibt es Ausnahmen für Kurzaufenthalte von Künstlern, doch diese brauchen nun zusätzliche EU-Zollerklärungen für ihre Musikinstrumente. Je nach Wert des Instruments werden mehrere hundert Pfund fällig. Dazu kommen Versicherungen, Flugkosten etc. Mit Folgen auch für die Veranstalter: „Künftig muss eine keltische Band für ihren Auftritt statt 1500 Euro vielleicht 2500 Euro oder 3000 Euro nehmen, um ihre Kosten zu decken“, so Field. Für kleinere Festivals kaum finanzierbar. „Man müsste 50 Euro oder mehr pro Ticket nehmen, aber so ein hochpreisiges Festival wollte ich nie machen.“

Beliebtes Festival

Zwischen 2011 und 2015 zog das Keltic-Music-Festival viele tausend Besucher zum Schloss Hohenlimburg. Im Schlossgarten begeisterten bekannte Größen aus der europäischen Keltic-Music-Szene. Dem ernüchternden Ortswechsel 2016 in die Hagener Stadthalle folgte nach zwei Jahren Pause eine Neuauflage im Werkhof Kulturzentrum. Im Corona-Jahr 2020 gab es mit dem Konzert von „The Ceili Family“ im Rahmen der Schloss Spiele einen kleinen Ersatz.​

Für Fans der keltischen Musik empfiehlt Rick Fields übrigens das schottische Festival "Celtic Connections". Alljährlich bringt das Festival in Glasgow die keltische Musikszene weltweit zusammen. Wegen der Corona-Pandemie findet "Celtic Connections" dieses Jahr nur im Internet statt. Noch bis zum 2. Februar gibt es jeden Abend neue Live-Streams von Künstlern der Szene. Ein Ticket zum Zuschauen des gesamten Festivals kostet knapp 38 Euro, ein Einzelticket je nach Konzert zwischen 1 Euro und 10 Euro.

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