Sauberkeit

Hohenlimburg: Kostenlose Beutel gegen den Hundekot?

In Elsey hängt seit März 2018 einen Behälter für Hundekotbeutel am Marktplatz. Die Ladengemeinschaft befüllt den Behälter - und hat keine guten Erfahrungen gemacht.

In Elsey hängt seit März 2018 einen Behälter für Hundekotbeutel am Marktplatz. Die Ladengemeinschaft befüllt den Behälter - und hat keine guten Erfahrungen gemacht.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Die Bezirksvertretung debattiert über neue Behälter für Hundekotbeutel an der Bahnstraße. Doch aus Elsey kommen warnende Stimmen

Braucht es Hundekot-Behälter an der Bahnstraße? Die CDU findet: Ja. Denn an der Böschung unterhalb der neuen Lärmschutzwand habe sich eine neue Hundetoilette etabliert.

Die Stadt signalisiert hierzu in einer Stellungnahme keinen Handlungsbedarf und lehnt finanzielle Hilfen ab. Behälter ja, aber nur, wenn diese aus Mitteln der Bezirksvertretung bezahlt werden. Inklusive Einbau werden hier rund 250 Euro fällig, die Kosten für Beutel und Befüllen nicht mitgerechnet.

Probephase angedacht

In der Bezirksvertretung stand eine Probephase von rund einem Jahr im Raum. CDU-Geschäftsführer Jochen Eisermann warb für den Vorstoß. „Wir haben wenig Grünflächen in der Innenstadt. Es gibt nur den Streifen an der Bahnstraße und an der Kanustrecke – und beide Wege verdienten es, frei von Hundekot zu sein.“

Zweifel an der Wirksamkeit äußerten etwa Karin Nigbur-Martini, Hagen Aktiv, und Mark Krippner, SPD. „Wenn die Behälter einmal stehen, könnte das Begehrlichkeiten an anderen Standorten wecken“, so Krippner.

Unterstützung gab es von den Bürgern für Hohenlimburg. „Wir finden den Vorschlag sehr gut“, sagt Frank Schmidt. „Wenn wir hier nicht Verantwortung übernehmen, sehen sich Händlergemeinschaften oder Privatleute genötigt, von sich aus die Initiative zu übernehmen – und das gibt kein gutes Bild ab.“ Damit weist Schmidt auf die Situation in Elsey hin. Hier hatte die Ladengemeinschaft im März 2018 drei Hundekot-Behälter auf eigene Kosten angeschafft. Das Ziel: Die Möllerstraße ein Stück sauberer machen. Wie ist die Bilanz?

„Anfangs war es super“, sagt Olaf Rubelt, Vorsitzender der Ladengemeinschaft. „Aber dann ging es rapide bergab.“ So werden die Behälter seit drei Monaten nicht mehr befüllt. „Und wir überlegen, ob wir sie abbauen.“ Grund sei, dass viele Bürger sich mehr Beutel ziehen, als sie benötigen – und diese dann zuhause horten. Viele nehmen zudem Beutel heraus, um diese dann auf der Straße zu verteilen, sagt Rubelt. „Diese Behälter sind nur dann sinnvoll, wenn sie so benutzt werden wie gedacht.“ Und das sei, zumindest in Elsey, nicht der Fall. „Die Beutel sind ja nur für den Notfall gedacht. Und das müsste jemand kontrollieren.“

Zweifel an der Wirkung

Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung äußern sich Hohenlimburger skeptisch, ob Behälter für kostenlose Kotbeutel nötig sind. „Ich habe keine Hunde und sehe auch nicht ein, warum den Hundebesitzern alles hinterhergetragen werden soll“, sagt etwa Barbara Maus. „Die Beutel gibt es überall zu kaufen. Einweghandschuhe und ran an die Arbeit, dann in den nächsten Mülleimer.“ Mülleimer gebe es jedoch viel zu wenig, so die Meinung vieler Nutzer. „Ich denke mehr Mülleimer wären wichtig. Ich trage meine Tüte oft bis zurück nach Hause“, sagt Marie Stöcker.

Die Bezirksvertreter wollen im Dezember erneut über das Thema sprechen. Bis dahin sollen mögliche Standorte an der Bahnstraße und Gesamtkosten eingeholt werden.

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