Anwohner-Ärger

Lärmbelästigung – Halden droht die Sportplatz-Schließung

Der Verein hat am Eingang zur Anlage ein Schild aufgestellt. Darauf steht: „Denkt an die Ruhe unserer Nachbarn.“

Der Verein hat am Eingang zur Anlage ein Schild aufgestellt. Darauf steht: „Denkt an die Ruhe unserer Nachbarn.“

Halden.   Anwohner des Sportplatzes in Halden beschweren sich über zu starken Lärm und zu viele Veranstaltungen. Die Stadt droht mit Konsequenzen.

Wegen Lärmbelästigung droht die Stadtverwaltung dem Verein TuS Halden-Herbeck, den Pachtvertrag für den Sportplatz im Alten Holz aufzulösen. Die Liste der Beschwerden über Lärm durch Veranstaltungen auf dem Gelände sei laut Verwaltung lang und der Verein verstoße konsequent gegen einen Vertrag, den er mit den Anwohnern der Grundstücke am benachbarten Haarstrangweg im Jahr 1996 getroffen habe.

Der Platz ist in Halden nicht nur ein Ort des Sportes, sondern auch des Zusammenkommens. Viele Veranstaltungen finden hier statt. Das Gemeindefest, das Mai-Block-Volleyballturnier, das Osterfeuer, die Faustballtage, der Martinszug und vieles mehr. Behindertensport, Volleyball, die Heimspiele der Bundesliga-Faustballer des TSV 1860 Hagen – all dies geschieht auf der Anlage. Doch, so schränkt selbst Club-Vorsitzender Reiner Hemmer ein: „Wir wissen, dass wir mehr als die vereinbarten sieben Veranstaltungen hier machen. Aber wir haben auch schon viel dafür getan, um es den Anwohnern lärmtechnisch erträglicher zu machen.“

Eine Hecke wurde gepflanzt, eine direkte Tür vom Vereinsheim zum Biergarten eingebaut, damit niemand mehr außen über das Gelände gehen muss. Ein Pfosten versperrt die Zufahrt und ein Schild weist darauf hin, dass Rücksicht auf die Nachbarn genommen werden solle. Das Dorffest finde zudem nicht mehr auf dem Sportplatz statt und das Clubheim werde nicht mehr privat vermietet.

Der eingangs erwähnte Vertrag mit den Anwohnern stammt aus dem Jahr 1996. Der Vertrag zwischen Stadt und Sportverein stammt von 1959. Bereits in einem Schreiben von Juli 2014 wies die Stadt den Verein darauf hin, dass er gegen mehrere Punkte des Anwohner-Vertrages konsequent verstoße. Im Kern: Jegliche Emissionen auf die Sommer-Grundstücke (Architekt Erwin Sommer war hier verantwortlich) seien zu unterlassen. Keine Überschreitung der Werte aus der Sportanlagen-Lärmschutzverordnung. Keine Verwendung von Lautsprecheranlagen, die nicht ausschließlich Sportzwecken dienen. Und: Keine Überlassung des Vereinshauses an Dritte.

Die Stadt erklärt, dass der Lärmpegel zu häufig weit über 80 Dezibel liege. Sportveranstaltungen wie das Boule-Spiel würden für Ärger sorgen, da die Spieler sich „unverhältnismäßig laut am Spielbetrieb beteiligen“.

Stadt akzeptiert Verhalten nicht

Der dreimal wöchentlich eingesetzte Rasenmäher erzeuge ebenfalls einen Lärmpegel oberhalb der Grenzwerte und komme oft zwischen 13 und 15 Uhr zum Einsatz. Die Stadt akzeptiere das Verhalten der Vereinsmitglieder nicht länger. Man werde das Mietverhältnis kündigen, sofern der Verein sich nicht an die vertraglichen Verpflichtungen halte.

Der Verein wehrt sich. Der erwähnte Vertrag sehe eine Liste von Veranstaltungen vor, die weiterhin durchzuführen seien. Auch mit Ausnahmegenehmigungen bis 24 Uhr. Zu den erhobenen Vorwürfen würden weder Datum noch Anlass der vorliegenden Beschwerden genannt. Dass Beschwerden vorlägen, heiße ja nicht, dass diese auch berechtigt seien. Von vielen anderen Nachbarn, die auch betroffen seien, gebe es keine Beschwerden. Ohne ein Abwägen der Inhalte der Vereinbarungen, und einer bewiesene Lärmbelästigung durch Messungen gemäß des Bundesimmissionsgesetzes komme man nicht weiter.

Die Fakten müssten stimmen und zudem würden sich im Verein 700 Mitglieder und Bürger dieser Stadt bewegen. Der Lärm-Streit auf dem Sportplatz im Alten Holz ist noch lange nicht verklungen.

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