Öffentlicher Streit

Nach Schlauberger-Spruch: Hagens OB Schulz nimmt Stellung

Oberbürgermeister Erik O. Schulz will nicht den Historiker Gerhard E. Sollbach mit seinem Schlauberger-Zitat gemeint haben.

Oberbürgermeister Erik O. Schulz will nicht den Historiker Gerhard E. Sollbach mit seinem Schlauberger-Zitat gemeint haben.

Foto: Michael Kleinrensing

Berchum.  Mittelalter-Experte Gerhard Sollbach fühlt sich durch den Hagener OB angegriffen. Schulz erklärt, dass er den Professor nicht gemeint habe.

Das Wort „Schlauberger“ ist im Zusammenhang mit der Diskussion um das Alter von Berchum gefallen. In den Mund genommen hatte es kein geringerer als Oberbürgermeister Erik O. Schulz zur Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten rund um den Hagener Ortsteil Berchum. Nachdem unsere Zeitung darüber berichtete hatte, hatte der Historiker und Mittelalter-Experte Professor Gerhard E. Sollbach die Äußerung auf sich bezogen.

„Ich fühle mich als Person lächerlich gemacht“, hatte Sollbach gegenüber unserer Zeitung betont. Und weiter: „Ich empfinde das als Herabsetzung meiner wissenschaftlichen Tätigkeit.“

Wissenschaftlich hatte sich Sollbach zuletzt mit der Urkunde auseinandergesetzt, auf die sich wiederum die Ausrichter der 850-Jahr-Feierlichkeiten berufen. Der Historiker war zu der Erkenntnis gekommen: Berchum ist gar nicht so alt.

Dort, wo der heute der Ortsteil liegt, seien vor 850 Jahren allenfalls ein paar wenige Höfe, aber bestimmt keine zusammenhängende Ortschaft gewesen. Mit dem in der Urkunde erwähnten „Berchem“ sei der Ort Bergheim am Rhein gemeint gewesen. Seine Ergebnisse hatte Sollbach auch dem Landesarchiv in Duisburg mitgeteilt, wo die Urkunde aufbewahrt wird (unsere Zeitung berichtete).

Sollbach hatte dem Oberbürgermeister eine Mail geschrieben. Auf Anfrage erklärte dieser nun, dass er keinesfalls den Historiker gemeint habe, der im Übrigen immer wieder auch für die Stadt Hagen forscht. „Das Wort Schlauberger habe ich auf all jene bezogen, die sich ohne jede historische Kenntnisse eingemischt haben“, so Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der betonte, auf keinen Fall Professor Sollbach noch Dr. Ralf Blank, Leiter des Fachdienstes Wissenschaft, Museen und Archive gemeint zu haben.

Gleichzeitig machte Schulz noch einmal deutlich, dass er sich selbst aus der inhaltlichen Diskussion zurückgehalten habe, weil ihm selbst eben auch die historische Kenntnis fehle.

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