Opfer

Opfer ist Pflegefall – Drei Jahre Haft für Prügel-Attacke in Hagen

In der Goldbergstraße war Mitte Februar ein Mann niedergeschlagen worden. Heute ist er ein Pflegefall.

In der Goldbergstraße war Mitte Februar ein Mann niedergeschlagen worden. Heute ist er ein Pflegefall.

Hagen-Mitte.  Nach einer Schlägerei an der Goldbergstraße ist das Opfer ein Pflegefall. Auch deswegen muss ein 25-jähriger Hagener drei Jahre ins Gefängnis.

Im Zusammenhang mit dieser Straftat sind so viele Umstände unglücklich, unnötig und schlichtweg dumm. Im Fall des 59-Jährigen, der am 16. Februar dieses Jahres in der Goldbergstraße durch einen einzigen Schlag ins Gesicht so schwer verletzt wird, dass er nicht mehr alleine leben kann, haben die Täter nun ihre Urteile bekommen. Das Opfer wird für den Rest seines Lebens gezeichnet bleiben.

Der 16. Februar ist ein Dienstag. Es ist 23.20 Uhr und in der Goldbergstraße kommt es zu einem Wortgefecht zwischen dem späteren Opfer und anderen an diesem Streit Beteiligten. Ein 25-Jähriger Hagener steht in der Nähe der streitenden Gruppe, hat mit dem Konflikt aber in diesem Moment nichts zu tun. Er fühlt sich dennoch berufen, sich einzumischen. Er geht auf den 59-Jährigen zu und schlägt ihm mit der Faust mitten ins Gesicht. Das Opfer kippt nach hinten um und schlägt so hart und so unglücklich mit dem Schädel auf das Pflaster, dass es schwerste Hirnverletzungen erleidet.

Nach Schlägerei: Gruppe lässt Mann einfach liegen

Zwei Wochen schwebt der 59-Jährige anschließend in Lebensgefahr. Er kann zu diesem Zeitpunkt nicht mehr laufen und hat die Sprache verloren. Er kann nicht mehr denken. Die Gruppe, mit der er gestritten hatte, und der Täter hatten ihn in der Goldbergstraße einfach liegen lassen. Passanten finden ihn später dort.

Neurochirurgen erkennen wenig später im Krankenhaus, dass hier kein Mann einfach besoffen gestürzt ist, sondern dass Gewalt auf den Schädel ausgeübt wurde. Die Polizei fahndet daraufhin sofort noch einmal im Umfeld des Tatortes und kommt durch Zeugenaussagen und andere Hinweise auf den 25-jährigen Schläger, der in Untersuchungshaft landet. Auch ein 41-jähriger Berliner ist im Visier der Ermittler.

Beiden Männern wurde nun der Prozess gemacht. Der Berliner (41) kommt mit einer Geldstrafe von 1200 Euro wegen versuchter Körperverletzung davon. Er hatte versucht, das Opfer zu treten, es aber nicht erwischt.

Opfer wird Haushalt nicht alleine führen können

Der 25-Jährige, der nicht vorbestraft ist, erhält eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Beide Täter haben Berufung eingelegt. Dass es für den 25-Jährigen gleich drei Jahre ins Gefängnis gehen soll, hat drei Gründe.

Erstens: die schweren Folgen des Schlages. Das Opfer ist noch heute im Denken, in seinen Bewegungen und im Sozialverhalten stark eingeschränkt. Der Mann wird seinen Haushalt nicht mehr alleine führen können und wird den Rest des Lebens in einer Pflegeeinrichtung verbringen müssen.

Zweitens: Laut Gericht musste für den 25-jährigen Angreifer klar erkennbar sein, dass das Opfer stark alkoholisiert war und dass der Schlag ins Gesicht somit noch viel weitreichendere Folgen und Gefahren haben musste, als Gewalt sie ohnehin hat. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass die Alkoholisierung des Opfers Grund dafür war, dass es so unglücklich – ohne jede Anspannung – mit dem Kopf auf das Pflaster aufschlug.

Und drittens: Der Täter hätte sich laut Gericht gar nicht in einen Streit einmischen müssen, der mit ihm nichts zu tun hatte. Die eigentliche Auseinandersetzung wird nach dem Verfahren als vollkommen nichtig eingeordnet. Verurteilt wurde der junge Mann wegen schwerer Körperverletzung.

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