Justiz

Pfefferspray-Räuber aus Hagen muss drei Jahre hinter Gitter

Der Täter besprühte seine Opfer mit Reizgas (Symbolfoto).

Der Täter besprühte seine Opfer mit Reizgas (Symbolfoto).

Foto: SCHMETTKAMP, Theo

Hagen.  Für drei Jahre muss ein 20-jähriger Mann ins Gefängnis. Er besprühte arglose Passanten in Hagen mit Reizgas und raubte sie aus.

Er (20) überfiel frühmorgens zwei arglose und hilfsbereite Passanten in der City, besprühte sie mit Pfefferspray und raubte sie aus (wir berichteten). Die nächsten drei Jahre wird er deshalb hinter Gittern verbringen. Die Große Jugendstrafkammer des Landgerichts verurteilte den jungen Mann aus dem Nahen Osten, der nach dem Gesetz noch als Heranwachsender gilt, nach dem milderen Jugendrecht.

Rückblende: Den 21. August letzten Jahres wird die junge Hagenerin (23) in schlechter Erinnerung behalten. Sie befand sich gegen 4.05 Uhr morgens in der Bahnhofstraße auf dem Weg zur Arbeit, als sie von einem Fremden mit grauem Pullover und auffällig weißen Buchstaben nach der Uhrzeit gefragt wurde.

Freundlich zückte sie ihr Handy, um darauf nachzuschauen. Im selben Moment besprühte sie der Mann mit dem Vollbart mit Reizgas, riss ihr das Telefon weg, schubste sie zu Boden und flüchtete.

Therapie hat Opfer geholfen

Zwar wurde der jetzt Verurteilte noch in Tatortnähe von der Polizei gefasst, doch an den Folgen der Tat hatte das Opfer noch lange zu tragen: „Sie war nicht nur drei bis vier Wochen krank geschrieben, sondern auch mehrere Monate in psychiatrischer Behandlung“, weiß Gerichtssprecher Bernhard Kuchler. „Die Therapie hat ihr sehr geholfen. Heute ist sie glücklicherweise nicht mehr beeinträchtigt.“

Den am Tag zuvor, am 20. August 2019, in der Fußgängerzone begangenen besonders schweren Raub musste die Kammer unter Vorsitz von Richter Jörg Weber-Schmitz jedoch einstellen. In diesem Fall soll der Angeklagte gegen 5.20 Uhr auf der Elberfelder Straße, in Höhe des Adolf-Nassau-Platzes, einen Passanten (18) nach einer Zigarette gefragt haben. Als ihm der junge Ungar freundlicherweise ein Paket Tabak reichte, wurde er mit Pfefferspray besprüht und ausgeraubt.

Der Geschädigte, der eigens aus Ungarn hätte anreisen müssen, erschien jedoch nicht als Zeuge.

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