Verkehr

Polizei verwarnt Autofahrer an Haltestellen mit rotem Punkt

Polizeihauptkommissar Jörg Ebel bedeutet einem Autofahrer anzuhalten.

Polizeihauptkommissar Jörg Ebel bedeutet einem Autofahrer anzuhalten.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Die meisten Autofahrer zeigten sich einsichtig, als sie am Freitag an einer Bushaltestelle in Hagen verwarnt wurden. Einer fiel aus der Rolle.

Ein Autofahrer fiel aus der Rolle. Zunächst überholt er den Bus, obwohl er das gar nicht durfte. Nachdem ihn die Polizei angehalten und auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht hatte, zeigte er sich auch noch uneinsichtig und regte sich lautstark über die Kontrolle auf. Statt eines Verwarnungsgeldes in Höhe von 15 Euro setzte es für den unerlaubten Überholvorgang eine Anzeige mit einer damit verbundenen Geldbuße von 60 Euro und einem Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

„Die meisten Verkehrsteilnehmer haben sich aber an die Schrittgeschwindigkeit gehalten“, zeigte sich Polizeioberkommissar Michael Genster, stellvertretende Leiter des Verkehrsdienstes im Hagener Polizeipräsidium, angetan von den Reaktionen der Autofahrer: „Wenn wir eingreifen mussten, waren unsere Aufklärungsgespräche, trotz Verwarnungsgeld, sehr angenehm.“

Erhöhte Aufmerksamkeit

Es war eine besondere Kontrolle, die die Verkehrspolizei am Freitag zur Straße Am Sportpark (Ischeland) und zur Kölner Straße (Haspe) führte. An den dort befindlichen Bushaltestellenschildern befindet sich ein roter Punkt, der allen Verkehrsteilnehmern erhöhte Aufmerksamkeit abverlangt. Nähert sich ein Bus mit eingeschaltetem Warnblinker, darf er nicht überholt werden.

Erst wenn der Bus angehalten hat, dürfen andere Fahrzeuge mit gebührendem Abstand und in Schrittgeschwindigkeit passieren. „Das gilt auch für Fahrzeuge, die aus der entgegengesetzten Fahrtrichtung kommen“, so Genster.

Besondere Regelungen

Mit dem roten Punkt werden Haltestellen markiert, an denen sich in der Vergangenheit Unfälle ereignet haben oder die sich in unmittelbarer Nähe einer Schule oder eines Altenheimes befinden. Doch nach Erkenntnissen der Polizei ist vielen Autofahrern gar nicht bewusst, dass in diesen Bereichen besondere Regelungen gelten, die beiden Kontrollaktionen am Freitag galten denn auch in erster Linie der Aufklärung und fanden jeweils zu Schulbeginn und -ende statt. „Leider Gottes besteht bei Kindern immer die Gefahr, dass sie unachtsam auf die Straße rennen“, sagte Genster. Erst vor einigen Wochen wurde ein Kind in Hagen angefahren, nachdem es plötzlich hinter einem Bus auf die Fahrbahn lief.

Wie gesagt, bis auf den eingangs erwähnten Autofahrer zeigten die angehaltenen Verkehrsteilnehmer Verständnis für die Kontrolle, die Beamten sprachen in zwei Stunden 24 15-Euro-Verwarnungen aus – recht wenig, wenn man bedenkt, dass der rote Punkt und die mit ihm verbundenen Vorschriften kaum bekannt sind.

Schrittgeschwindigkeit bei 10 km/h

Die Überschreitung der Schrittgeschwindigkeit – die laut Erlass zur Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei in NRW aus dem Jahr 2009 bei 10 km/h liegt – dürfen die Beamten übrigens ohne den Einsatz von Laserkanone oder Radargerät, sondern aus eigener Einschätzung heraus sanktionieren. „Und natürlich haben wir den verwarnten Autofahrern erläutert, was sie falsch gemacht haben“, betonte Polizeisprecher Sebastian Hirschberg, dass Aufklärung am Freitag Priorität hatte.

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