Politik

Ringen um Seepark Hagen: Stadt wartet auf Bahn-Entscheidung

Der Seepark soll sich direkt an den bereits beschlossenen Beach-Club auf Höhe des Hengstey-Freibades anschließen.

Der Seepark soll sich direkt an den bereits beschlossenen Beach-Club auf Höhe des Hengstey-Freibades anschließen.

Foto: Landschaftsarchitekten Gasse/Schumacher/Schramm

Hagen.  Im Sommer sollen die Würfel für den Seepark fallen: Entweder die Bahn akzeptiert für ihre Zwecke zwei Alternativgrundstücke oder die Stadt klagt.

Das Tauziehen um den ehemaligen Rangierbahnhof Hengstey, auf dessen weiterhin für Eisenbahnzwecke gewidmetem Areal die Stadt Hagen gerne einen Seepark realisieren möchte, geht in die voraussichtlich letzte Runde.

Gegen die Stimmen von SPD, Grünen und Linken hat sich der Rat dafür ausgesprochen, dem Bahn-Tochterunternehmen DB Energie sowie dem Netzbetreiber Amprion für ihre Umspann- und Umrichterwerk-Pläne zwei Alternativflächen an der Dortmunder Straße anzubieten.

Jetzt muss DB Energie der Stadt Hagen bis zum 3. Juni signalisieren, unter welchen Bedingungen man bereit wäre, auf diese Offerte einzugehen. Stadtbaurat Henning Keune erwartet an dieser Stelle keine wesentlichen finanziellen Forderungen. „Sollten hier größere Summen genannt werden, wäre dies sicherlich problematisch“, kann er sich eine Beteiligung der Stadt in erheblichen Dimensionen nicht vorstellen, versicherte der Dezernent im WP-Gespräch. Denn auch der DB Energie, in deren Hause zurzeit noch die Machbarkeit einer Verlagerung geprüft wird, sei an einer baldigen Entscheidung gelegen. Sollte das Unternehmen auf dem Standort Rangierbahnhof beharren, würde die Stadt in ein absehbar mehrjähriges Klageverfahren einsteigen.

Förderung steht auf der Kippe

Eine Teilung des etwa 20 Hektar großen Rangierbahnhof-Geländes für einen Seepark sowie für Bahnzwecke sei ausgeschlossen, betonte Keune erneut: „Sowohl der RVR als auch die Bezirksregierung haben signalisiert, dass damit für sie eine Förderung nicht vorstellbar sei.“ Schließlich handele es sich bei den technischen Anlagen um Neubauten mit entsprechender Geräuschkulisse und nicht etwa um historische Industriekultur.

CDU-Fraktionschef Stephan Ramrath plädierte dafür, der Bahn noch einmal drei Monate Bedenkzeit zu gewähren: „Die Justiz würde in Corona-Zeiten vermutlich ohnehin nicht früher in ein Klageverfahren einsteigen.“ Gleichzeitig widersprach er den Naturschutzbedenken von SPD, Grünen und Naturschutzbeirat. Das Umrichterwerk verschwinde kaum sichtbar zwischen den Bahnanlagen. Die dort zurzeit noch vorhandene Forstfläche als „hochwertigen Wald“ zu bezeichnen, sei „hochstaplerisch“ – vielmehr handele sich lediglich um eine „Ansammlung von Mikado-Hölzern“. Jede Ersatzpflanzung sei ökologisch wertvoller.

CDU: Landschaftsbild nicht in Gefahr

Gleichzeitig argumentierte er, dass das zehn Meter hohe Umspannwerk etwa 7,5 Meter unter Straßenniveau errichtet werde und somit das Landschaftsbild kaum beeinträchtige. „Der Seepark bleibt ein Leitprojekt für die Entwicklung der Stadt“, signalisierte Ramrath keinerlei Bereitschaft, dem SPD-Vorschlag zu folgen und bereits heute mit den Planungen für die Internationale Gartenausstellung 2027 zum Harkortsee umzuschwenken und in Hengstey direkt auf dem Klageweg für eine Entwidmung zu streiten.

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