Kriminalität

Rockerkrieg in Hagen: SEK nimmt weiteren Bandido fest

Ein Bandidos-Mitglied – hier ein Symbolbild

Ein Bandidos-Mitglied – hier ein Symbolbild

Foto: Marius Becker

Hagen.   In Hagen ist am Dienstag ein Bandidos-Mitglied wegen versuchten Totschlags verhaftet worden. Grund sind Schüsse auf ein Freeway-Riders-Mitglied.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Hagen sind am Dienstag erneut gegen die Rockerszene in Hagen vorgegangen. Ein Spezialeinsatzkomando (SEK) nahm in Eilpe ein Mitglied der Bandidos fest. „Wir haben einen Haftbefehl vollstrecken lassen“, bestätigte Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli den Einsatz.

Der Vorwurf lautet: Versuchter Totschlag. Im September vergangenen Jahres soll der Bandido beteiligt gewesen sein, als auf ein Mitglied der konkurrierenden Freeway Riders geschossen wurde. Ebenfalls beteiligt war nach Ansicht der Ermittler auch jenes Bandidos-Mitglied, das bereits seit Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitzt, weil es für die Schüsse auf einen Freeway Rider an der Saarlandstraße zumindest mitverantwortlich sein soll.

Schuss im September nicht bei der Polizei bekannt

Die Tat vom September, wegen der am Dienstag das SEK einmal mehr in Hagen anrollte, war den Ermittlern zunächst gar nicht bekannt gewesen.

Das Freeway-Riders-Mitglied hatte keine Anzeige gestellt. Erst im Laufe der aufwändigen Ermittlungen in dem Hagener Rockerkrieg war man auch auf diese Tat gestoßen. Bei dem am Dienstag Festgenommenen soll es sich um ein führendes Mitglied des Hagener Bandidos-Chapter handeln.

Seit dem vergangenem Jahr erschüttert der Konflikt zwischen der in Hagen seit mehr als vier Jahrzehnten ansässigen Rockergruppe Freeway Riders und den seit rund zwei Jahren präsenten Bandidos die Stadt immer

wieder mit brutalen Attacken: Im Juli 2018 wurde auf ein Mitglied der Freeway Riders am Tücking geschossen, noch am gleichen Tag wurde ein Bandidos-Mitglied auf dem Aral-Tankstellengelände in Eilpe niedergestochen und lebensgefährlich verletzt.

Im Dezember mit Räumpanzer angerückt

Am 5. Oktober wurde dann ein Bandidos-Mitglied an der Frankfurter

Straße niedergeschossen. Wenige Tage später fielen Schüsse auf das fahrende Auto eines Freeway-Riders-Mitglied auf der Saarlandstraße. Seitdem sprechen auch die Ermittler von einem Rockerkrieg, das Kommissariat für Organisierte Kriminalität übernahm die Ermittlungen.

Im Oktober hatten Spezialeinsatzkräfte der Polizei ein Bandidos-Mitglied festgenommen. Im Dezember dann gab es dann die Groß-Razzia gegen die Freeway Riders. Unter anderem hatten 30 bis 40 Spezialkräfte mit Hilfe eines Räumpanzers das Clubhaus der Freeway Riders in Hagen-Kückelhausen gestürmt. Zuletzt waren im Januar in Essen und Bottrop zwei Freeway-Riders-Mitglieder festgenommen worden.

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