Verkehr

Scanner-Technik soll in Hagen den Verkehrsfluss verbessern

Der Technische Beigeordnete Henning Keune und Markus Falkenroth, Fachleiter Verkehrstechnik beim Wirtschaftsbetrieb Hagen (links) präsentieren die neue Scanner-Technologie am Innenstadtring. Emre Degirmenci (Hintergrund) von der Firma Siemens montiert das Gerät.

Der Technische Beigeordnete Henning Keune und Markus Falkenroth, Fachleiter Verkehrstechnik beim Wirtschaftsbetrieb Hagen (links) präsentieren die neue Scanner-Technologie am Innenstadtring. Emre Degirmenci (Hintergrund) von der Firma Siemens montiert das Gerät.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Per Scanner möchte die Stadt Hagen die Verkehrsbewegungen in der Innenstadt verfolgen und die Ampelprogramme entsprechend verbessern.

Mithilfe digitaler Scanner-Technologie möchte die Stadt Hagen den Verkehrsstrom auf dem Hagener Innenstadtring in Zukunft flüssiger gestalten. „Dabei steht für uns die Frage im Mittelpunkt: Wie kann die Schadstoffbelastung reduziert werden“, betont der Technische Beigeordnete Henning Keune bei der Präsentation des neues Systems, das von Firma Siemens installiert wird. Im Gegensatz zu den Induktionsschleifen im Asphalt, die lediglich die Verkehrsmengen erfassen können, ist die in dieser Woche montierte Technik auch in der Lage, die zurückgelegten Routen der einzelnen Fahrzeuge nachzuverfolgen.

Bluetooth-Signale werden erfasst

Der Schlüssel für diese exakten Beobachtungen sind Bluetooth-Signale, die beispielsweise von Smartphones oder auch von im Auto verbauter Technologie ausgehen. Sie werden künftig an 20 Messpunkten entlang des Innenstadtrings erfasst. Anhand dieser Daten werden somit Bewegungsprofile einzelner Fahrzeuge erstellt. Fußgänger und Radfahrer, die ebenfalls die Scanner passieren, können anhand der Fahrzeiten automatisch herausgefiltert werden. Die Stadt Hagen versichert, dass im Rahmen der Datenschutzbestimmungen die gemessenen Ergebnisse allesamt anonymisiert und keinesfalls an Dritte weitergegeben werden.

In der ersten Messphase geht es zunächst darum, die Datensammlung der Stadt zu den Verkehrsmengen durch reine Erfassung zu optimieren. „Erst im Herbst folgt ein weiterer Software-Technologiebaustein, der dann auch dynamisch in das Verkehrsmanagement eingreift“, erläutert Markus Falkenroth, Fachleiter Verkehrstechnik beim Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH).

Verschiedene Signalprogramme

Bislang werden die Ampelphasen nur mit Blick auf die unterschiedlichen Tageszeiten verändert, künftig soll dies aufgrund des faktisch gemessenen Verkehrsaufkommens und der bevorzugten Bewegungsrichtungen quasi in Echtzeit geschehen. Dabei kann der Computer auf verschiedene Signalprogramme zurückgreifen, die dynamisch die unterschiedlichen Szenarien steuern. Dafür werden extra bestimmte Schwellenwerte definiert, damit das System nicht gleich bei jeder noch so kleinen sich verändernden Verkehrslage eingreift.

„Bis zum Herbst werden wir sicherlich einige Testläufe durchführen, bevor das System scharf gestellt wird“, versichert Falkenroth, dass die Hagener Autofahrer nicht zu Versuchskaninchen einer unausgereiften Technologie werden. Allerdings übernimmt Hagen hier durchaus eine Vorreiterrolle. Ähnliche Testläufe, die bereits in Wuppertal und im hessischen Limburg laufen, sind deutlich kleiner angelegt.

Effekte in der Finanzamtsschlucht

Dezernent Keune verspricht sich von der Verflüssigung des Verkehrs auf dem Ring deutliche Effekte für das Schadstoffaufkommen auf dem Innenstadtring. „Vor allem in der Finanzamtsschlucht werden uns diese Optimierungen sicherlich helfen können.“ Gleichzeitig sagt er den Hagener Autofahrern spürbare Veränderungen voraus: „Der Einzelne wird auch schon mal länger stehen müssen, wenn auf der Hauptachse viel Verkehr herrscht und man sich von einer Nebenstrecke einfädeln möchte.“ Die Kosten von 140.000 Euro für die montierten Scanner und die Software wird zur Hälfte vom Bund gefördert, die Restsumme muss die Stadt Hagen tragen.

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