Gericht

Sechseinhalb Jahre: Harte Strafe für Breckerfelder Dealer

Hartes Urteil gegen einen Breckerfelder: Wegen bewaffneten Drogenhandels muss er für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis.

Hartes Urteil gegen einen Breckerfelder: Wegen bewaffneten Drogenhandels muss er für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis.

Foto: Michael Kleinrensing

Breckerfeld/Hagen.  Ein Breckerfelder (33), der mit Drogen gedealt hat, zeigt sich bei der Urteilsverkündung geschockt: Er muss lange ins Gefängnis.

Damit hatte der angeklagte Breckerfelder (33) wohl gar nicht gerechnet: Wegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln muss er für sechseinhalb Jahre hinter Gitter. Noch im Gerichtssaal verhaftet, wurde er – sichtlich geschockt – direkt ins Gefängnis abgeführt. Seiner derzeitigen Freundin, die völlig allein im Zuschauerraum saß, konnte er gerade noch im Vorbeigehen entgegenrufen: „Ich liebe dich!“

Hätte er sich besser nicht im Haus seiner Eltern in Zurstraße in der Dachgeschosswohnung eine Drogenhöhle mit einem Verkaufsshop für Marihuana, Haschisch, Amphetamine, Ecstasy und Kokain eingerichtet. Hätte er besser nicht einen Schlagring und drei Messer griffbereit neben dem Rauschgift liegen gehabt. Und vor allem: Hätte er besser nicht mehrere Zeugen in seinem Verfahren vor dem Landgericht zu einer Falschaussage angestiftet – was den Personen, die sich dazu überreden ließen, für ihn zu lügen, jetzt auch noch Anklagen einbringen wird.

Zwei Bewährungsstrafen gegen Breckerfelder

Dem gelernten Industriemechaniker, „der aus einem bürgerlichen Haushalt stammt und einst das Gymnasium besuchte, standen alle Möglichkeiten offen“, führte der Vorsitzende Richter Christian Hoppe in seiner Urteilsbegründung aus. Doch der eigene exzessive Marihuanakonsum hätte ihm später alles zunichte gemacht.

Schon Ende Oktober 2013 war der Breckerfelder wegen bewaffneten Betäubungsmittelhandels in acht Fällen (seinerzeit war ein Teleskopschläger mit ihm Spiel) zu einer sehr milden Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. „Eigentlich sollte man davon ausgehen können, dass er diesen Warnschuss verstanden hat“, so Richter Hoppe, doch nach einer weiteren Bewährungsstrafe, viermal Fahren ohne Fahrerlaubnis, „setzte er während der laufendenden Bewährungszeit seinen weiteren Drogenhandel nicht nur fort, sondern intensivierte diesen auch noch“.

Strafkammer ist keine Gnadenstelle

Der Vorsitzende Richter nannte den Angeklagten „unbelehrbar“, insbesondere sein Nachtat-Verhalten, als er noch während des jetzt laufenden Verfahrens Zeugen anstiftete, für ihn eine Falschaussage zu machen. Das sichergestellte und erwirtschaftete Geld aus den Straftaten – insgesamt gut 23.000 Euro – soll eingezogen werden.

Der Verurteilte schien fix und fertig: Tränen kullerten, mal verbarg er sein Gesicht hinter beiden Händen, mal senkte er seinen Kopf auf die Tischplatte vor sich. In seinem letzten Wort ans Gericht hatte er gefleht, „Milde walten zu lassen, weil ich mich doch vollkommen geändert habe und in Zukunft ein anständiges Leben führen möchte“.

Vorsitzender Richter Christian Hoppe erwiderte darauf deutlich: „Die Kammer ist keine Gnadenstelle. Der Angeklagte hat in der Vergangenheit reichlich Gnade erfahren.“

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