Kunst

Skulptur die „Verwirrung“ soll zurück nach Hagen

Bis auf die Kunst ist alles abgerissen: Auf dem ehemaligen Gelände der Oberfinanzdirektion in Münster steht nur noch die Skulptur „Verwirrung“ von Helmut Schlüter. Sie symbolisiert die Flüsse Hagens.

Foto: Gerhard H. Kock/Westfälische Nachrichten

Bis auf die Kunst ist alles abgerissen: Auf dem ehemaligen Gelände der Oberfinanzdirektion in Münster steht nur noch die Skulptur „Verwirrung“ von Helmut Schlüter. Sie symbolisiert die Flüsse Hagens. Foto: Gerhard H. Kock/Westfälische Nachrichten

Hagen.  Kunstwerk könnte nach Jahren in Münster wieder nach Hagen umziehen. Zu verdanken ist das dem Wirtschaftsbetrieb.

Der Name dieser Skulptur beschreibt ihre derzeitige Lage ziemlich präzise – Die „Verwirrung“ von Helmut Schlüter ist ein Kunstwerk, das nach vielen Jahren in Münster eventuell wieder in die Heimat zurückkehren könnte.

Doch der Reihe nach. Wie kam eine Skulptur, die die vier Flüsse Hagens symbolisiert, überhaupt nach Münster?

So viel ist sicher: Helmut Schlüter stellte dieses Werk 1980 im Rahmen des Programms „Kunst am Bau“ her. Es zierte ursprünglich den Eingang des ehemaligen Bundesvermögensamtes in Hagen, das im „Hochbunker“ an der Körnerstraße untergebracht war. Die Niederlassung wurde von Hagen nach Dortmund verlegt und das Grundstück an eine Firma verkauft, die das Kunstwerk nicht mit erwarb. Für die Skulptur musste also ein neuer Standort gefunden werden. „Die Oberfinanzdirektion (OFD) in Münster bot sich an, da dort bereits ein anderes Objekt, das ,Tor der Ruhe’ von Professor Ernst Fiebig, stand“, sagt Pressesprecherin N’gaima Dimoh. Seit 1998 befindet sich die Skulptur an der Andreas Hofer Straße in Münster. „Vermutlich ist mit der Zeit auch der Hagen-Bezug verloren gegangen“, sagt Gerhard H. Kock, Redakteur der Westfälischen Nachrichten in Münster, der über das Kunstwerk mit Hagen-Bezug berichtete.

Kunst allein auf der Baustelle

Nun muss die „Verwirrung“ wieder umziehen. Auf dem ehemaligen Gelände der OFD steht die Skulptur mittlerweile einsam auf einer Baustelle, Bagger graben sich durch die Erde. Sie haben für eine Gesamtschule alles niedergerissen, bis auf die Kunst. Das Gelände hat die Stadt Münster gekauft, ihr gehört somit auch die Skulptur.

Jetzt wird für die „Verwirrung“ also wieder ein neues Zuhause gesucht. Warum nicht zurück in die Heimat? Das findet auch Monika Bitter von der Stadt Münster: „Die Symbolik der Skulptur bezieht sich mit den wellenartigen Formen der vier Flüsse auf den Standort Hagen.“ Eine Rückführung des Objektes nach Hagen würde demnach einen würdigen Verbleib des Kunstwerkes bedeuten. Entsprechend wird die Stadt Münster ihre politischen Gremien im nächsten Kulturausschuss informieren. „Die Stadt Hagen würde sich über eine Rückkehr der Skulptur freuen“, ist sich Monika Bitter sicher.

WBH zeigen Interesse

In Hagen herrschte zunächst mehr Verwirrung um denn Freunde auf die Freiplastik. Klarheit kann Andreas Reichel bringen, Leiter der Stabstelle Strategische Planung und Koordination der Wirtschaftsbetriebe Hagen. Er selbst wohnte einst im Hagener Bahnhofsviertel und kennt die Skulptur gut.

Mittlerweile lebt er in Münster und hat durch Zufall mitbekommen, dass das Kunstwerk einen neuen Platz braucht. „Kunst ist natürlich subjektiv, aber mir gefällt diese Skulptur, und es ist eine gute Gelegenheit, preiswerte Kunst mit so starkem Hagen-Bezug zu erwerben“, sagt Reichel. Für einen symbolischen Wert von wenigen Euro könnte die Skulptur den Standort wechseln. Die entstehenden Kosten für den Abbau und das Beladen würde nach gegenwärtigen Gesprächsstand von der Stadt Münster getragen.

Betriebsgelände würde aufgewertet

Laut eines Schreibens des Verwaltungsrates des WBH könne das Kunstwerk zunächst auf dem Betriebsgelände gelagert werden. Für eine Neuerrichtung wäre ein Fundament erforderlich, das von der Ausbildungsgruppe des WBH errichtet werden könne. Laut des Wirtschaftsbetriebs könne die Skulptur bis auf Weiteres der Gestaltung des Betriebsgeländes in der Eilper Straße dienen und so „die Freiflächengestaltung zwischen dem Verwaltungsgebäude und den gegenüberliegenden Betriebshallen optisch erheblich aufwerten.“ Ob die „Verwirrung“ tatsächlich nach Hagen kommt und wo sie dann dort langfristig aufgestellt wird, entscheiden jedoch erst die politischen Gremien beider Städte. „Ich hoffe sehr, dass es funktioniert“, betont Andreas Reichel.

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