Gericht

Staatsanwalt fordert zwölf Jahre für tödlichen Kopfschuss

Vor dem Schwurgericht in Hagen ist ein 25-Jähriger Mann aus Hildesheim angeklagt. Er soll seine Freundin in Altenhagen erschossen haben. Rechtsanwalt Andreas Trode fordert „keine milde, aber eine angemessene Strafe“.

Vor dem Schwurgericht in Hagen ist ein 25-Jähriger Mann aus Hildesheim angeklagt. Er soll seine Freundin in Altenhagen erschossen haben. Rechtsanwalt Andreas Trode fordert „keine milde, aber eine angemessene Strafe“.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Im Prozess um den tödlichen Schuss auf eine Mutter (24) in einem Treppenhaus in Hagen sind die Plädoyers gehalten. Das Urteil folgt am 22. März.

Im Prozess um den tödlichen Schuss in einem Treppenhaus in Altenhagen soll der angeklagte Mann aus Hildesheim (25) nach dem Antrag von Staatsanwalt Nils Warmbold für zwölf Jahre ins Gefängnis. Auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt wurde beantragt. Verteidiger Andreas Trode forderte „keine milde, sondern eine angemessene Strafe“.

Seit Ende November wird der Fall, der stets viele Familienangehörige der getöteten jungen Mutter (24) in den Gerichtssaal zieht, verhandelt. Was geschah am 1. Juni vergangenen Jahres gegen 13.45 Uhr im Treppenflur eines Mehrfamilienhauses an der Behringstraße in Altenhagen? Sicher ist: Vorweg ging die Frau, dahinter der Angeklagte, der eine Pistole offen trug, sowie der Sohn (5), der den blutigen Vorfall mit ansehen musste und im Totschlagsverfahren zum Hauptzeugen wurde.

Angeklagter bestreitet Vorwurf

Er berichtete, zunächst in einer Videovernehmung aus Hildesheim und später dann auch als direkt befragter Zeuge im Hagener Gerichtssaal, dass der Angeklagte im Hausflur die Pistole gegen seine Mutter gerichtet und ihr von hinten direkt in den Kopf geschossen habe. Eine Darstellung, die der Angeklagte (er hat albanische Wurzeln) bestreitet: Der Schuss, der die Freundin tödlich traf, hätte sich versehentlich gelöst.

Die Waffe, ein Erinnerungsstück an seinen Vater, hatte der Mann von seinem Wohnort Hildesheim nach Hagen mitgebracht. Hier, in der Wohnung seiner Schwester, verbrachten er, seine Freundin und das Kind zunächst vier Tage. Als der Schuss fiel, war man auf dem Weg zu einer Hochzeit nach Hannover.

Schwurgericht stellt Pistole und Schalldämpfer sicher

Das Schwurgericht zog gestern die Pistole, einen Schalldämpfer und acht Patronen ein. Es will am Freitag, 22. März, um 13 Uhr das Urteil verkünden.

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