Industrie in Hagen

Streit um Freistellung: Vorwurf gegen die Anwältin von TWB

Dunkle Wolken über TWB: 290 gekündigte Mitarbeiter sollen mittlerweile zum Maschinenputzen kommen.

Dunkle Wolken über TWB: 290 gekündigte Mitarbeiter sollen mittlerweile zum Maschinenputzen kommen.

Foto: Michael Kleinrensing

Eckesey.   Beim Hagener Automobilzulieferer TWB ist man verärgert über nicht eingehaltene Zusagen einer Prozessbevollmächtigten.

Die Lage ist unwürdig aus Sicht von 290 gekündigten Arbeitern des Automobilzulieferers TWB in Eckesey. Nach Ende der Lieferverträge mit VW gibt es keine nennenswerte Auftragslage mehr. TWB, das jahrelang zuverlässig Rücksitzlehnen für VW hergestellt hat, war in einem Machtkampf zwischen VW und dem eigenen Mutter-Konzern Prevent zerrieben worden. VW hat die Verträge mit TWB daraufhin zum 31. März gekündigt, weshalb das Hagener Unternehmen sich gezwungen sah, 290 Kündigungen auszusprechen. Und trotzdem sollen 290 Kollegen, die sich ohnehin von Mutter-Konzern Prevent eiskalt abserviert fühlen, bis zum Ende ihrer Kündigungsfrist in das Eckeseyer Werk kommen. Notfalls auch zum Maschinenputzen.

Nur „Sprechblasencharakter“

Das sorgt für größte Verärgerung in der Hagener Anwaltskanzlei „Pfeiffer und Theus“, die eine Vielzahl von Arbeitnehmern gegen die Firma TWB Prevent vor dem Arbeitsgericht Hagen vertritt. „Da Gerüchte kursierten, dass die Arbeitnehmer ab dem 1. April für Putzarbeiten eingesetzt werden sollten, habe ich die Prozessbevollmächtigte Birnbaum in den Güteterminen vor dem Arbeitsgericht direkt gefragt, ob eine Freistellung erfolgen würde“, sagt Rechtsanwalt Gerd Pfeiffer.

Die TWB-Prozessbevollmächtigte und Rechtsanwältin Monika Birnbaum aus Berlin habe darauf erklärt, dass alle gekündigten Arbeitnehmer ab dem 1. April von der Verpflichtung zur Arbeitsleistung freigestellt würden. Unter Anrechnung von Urlaubsansprüchen. „Umso erstaunter sind unsere Mandanten, dass es doch bei der ursprünglichen Absicht, die Arbeitnehmer zum Maschinenputzen einzusetzen, bleibt und der Aussage nur Sprechblasencharakter zukommt“, so Pfeiffer.

Die WESTFALENPOST hat Rechtsanwältin Monika Birnbaum aus Berlin mit diesem Sachverhalt konfrontiert. Sie erklärt nur knapp: „In laufenden Angelegenheiten können wir keine Presseanfragen beantworten.“

Das Unternehmen Prevent äußert sich seit mehreren Tagen nicht auf Anfrage der Redaktion.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben